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Geld & Geldwert

Wer soll das bezahlen? 

— Wenn Vater oder Mutter plötzlich pflegebedürftig werden, ist von einem Tag auf den anderen alles anders. Dann stellen Familien oft fest, dass sie sich auf diese Situation nie wirklich vorbereitet haben.

(Stand: März 2010)

Composing: Signum / Shotshop

Jede Lebensphase hat ihre Prioritäten. Mit Mitte 20 denken Frau und Mann in der Regel hauptsächlich an ihre Karriere, etwas später vielleicht auch an Kinder und die eigenen vier Wände. Langfristige Risiken bleiben jedoch häufig unbeachtet, weil die meisten Menschen sich mit Mitte 30 oder Anfang 40 noch jung, dynamisch und gesund fühlen. Deshalb sind es häufig die Eltern, die durch ihr eigenes Schicksal ihre Kinder zwingen, sich erstmals mit den elementaren Risiken des Lebens zu beschäftigen. Wenn Vater oder Mutter pflegebedürftig werden, kann sich auch für den Nachwuchs schlagartig das ganze Leben ändern. Plötzlich stehen viele Fragen im Raum – und eine im Mittelpunkt: Wer soll das bezahlen?

Die staatliche Pflegeversicherung trägt zwar einen kleinen Teil der über viele Jahre anfallenden Kosten, den größten Teil muss jedoch der Pflegebedürftige oder seine Familie übernehmen. „Die Pflege im Heim kostet schnell 2.500 bis 3.000 Euro pro Monat“, sagt Clemens Keller, Leiter Krankenversicherung bei MLP. Davon trägt die gesetzliche Pflegeversicherung maximal 1.510 Euro, den Rest muss der Pflegebedürftige selbst aufbringen. So kommen innerhalb von zehn Jahren schnell Summen von fast 180.000 Euro zusammen (siehe Übersicht). Besonders tragisch wird es, wenn die Eltern kein großes Vermögen besitzen. Dann müssen die Kinder schon nach kurzer Zeit für die Pflege ihrer Eltern aufkommen.

Vor dieser Situation werden Familien in Zukunft immer häufiger stehen. Denn aufgrund des medizinischen Fortschritts wird die durchschnittliche Lebenserwartung in den kommenden Jahren immer weiter steigen – und damit auch die Zahl der Pflegebedürftigen. Seit 1999 erhöhte sich ihre Zahl bereits um mehr als 230.000 auf derzeit 2,25 Millionen. In zehn Jahren werden in Deutschland bereits rund drei Millionen Pflegebedürftige leben. „Beim Thema Pflege sollten junge Leute deshalb zwei Aspekte besonders beachten“, sagt MLP-Experte Keller.

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