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Geld & Geldwert

Was ist unser Geld in Zukunft noch wert? 

— Die Euro-Krise schürt die Angst der Deutschen vor verstärkter Inflation. Forum online erklärt den Unterschied zwischen Inflation sowie Deflation – und was für die eigene Finanzplanung jetzt wichtig ist.

(Stand: Juni 2010)

Foto: Fotolia

Die Deutschen machen sich Sorgen um ihr Geld. Der schwache Euro, die steigenden Staatsschulden und die Geldpolitik der Zentralbanken führen dazu, dass die Inflationsangst umgeht. Experten sind sich uneinig – einige warnen vor zu viel Hysterie, andere halten sowohl eine Inflation als auch eine Deflation für möglich. Doch was ist eigentlich der Unterschied?

Eine Inflation bedeutet, dass das allgemeine Preisniveau anhaltend steigt und Geldvermögen an Wert verliert (siehe Grafik). Es verändert sich also das Austauschverhältnis von Geld zu allen anderen Gütern. Die Kaufkraft der Konsumenten sinkt, denn sie bekommen bei einer Inflation weniger für das gleiche Geld – egal ob es um ein Stück Butter, ein Auto oder die Kilowattstunde Strom geht. Was für Konsumenten schlecht ist, ist für Schuldner gut: Denn eine Inflation führt logischerweise dazu, dass die per Kredit finanzierten Güter – ob Haus oder Auto – in ihrem Wert steigen, die abzuzahlende Kreditsumme aber die gleiche bleibt.

Eine Deflation bedeutet, dass das allgemeine Preisniveau anhaltend sinkt – die Kaufkraft der Konsumenten steigt also, weil sie für das gleiche Geld mehr Waren bekommen. Eine Deflation kann eine bestehende Wirtschaftskrise noch verschärfen: Beispielsweise wenn sich die Konsumenten in Erwartung weiter sinkender Preise mit Neuanschaffungen zurückhalten. Für Schuldner ist eine Deflation besonders nachteilig – denn die aufgenommene Kreditsumme müssen sie abzahlen – auch wenn das finanzierte Gut mit den Jahren immer mehr an Wert verliert.

Wie beinflusst die Euro-Krise Ihr persönliches Anlageverhalten?
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Viele Anleger reagieren derzeit verunsichert, weil sie fürchten, dass es zu einer dauerhaften Inflation kommen könnte. Dabei legten die Verbraucherpreise in Deutschland im Mai gegenüber dem Vorjahreszeitraum „nur“ um 1,2 Prozent zu – das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank, also der Rahmen, in dem die Inflationsrate als unbedenklich gesehen wird, liegt bei zwei Prozent. Rechnet man die Energie- und Nahrungsmittelpreise heraus, liegen die Inflationsraten in Deutschland und der Euro-Zone immer noch deutlich unter einem Prozent. Insofern interpretieren viele Experten die derzeitige Lage sogar als „Niedriginflationsumfeld mit deflationären Tendenzen“.

Geldentwertung entgegenwirken
Das Problem: Um die Schuldenberge in den Staatshaushalten zu bekämpfen, sehen viele jedoch die Inflation als die einzige mögliche Lösung. Andere Möglichkeiten wären harte Sparprogramme wie sie derzeit in Deutschland diskutiert werden – oder hohe Wachstumsraten, die momentan nicht in Sicht sind. Oder eben Staatspleiten. „Doch das lässt die Politik nicht zu, sondern pumpt Milliardenhilfen in die maroden Systeme“. So sieht es zumindest Frank Schäffler, FDP-Bundestagsabgeordneter und früherer MLP-Berater. Der Kritiker des Griechenland-Rettungspaketes hatte vor kurzem aus Protest gegen die diskutierte Finanztransaktionssteuer sein Amt als Obmann der Liberalen im Finanzausschuss des Bundestages aufgegeben. „Natürlich müssen wir uns Sorgen um die Geldwertstabilität in Deutschland machen, langfristig wird das Sparvermögen weniger wert sein“, sagt Schäffler im Interview mit FORUM online (siehe Video).

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Ob Inflation oder Deflation – wie können sich Sparer auf die beiden Szenarien einstellen? Die Auswirkungen sind bei jeder Anlageklasse anders. Als besonders unattraktiv gelten in Zeiten von starker Inflation beispielsweise Anleihen mit langer Laufzeit, es sei denn, sie sind inflationsgeschützt. Interessanter sind dann neben Aktien vor allem Anlageklassen, die in Sachwerte wie Immobilien oder Edelmetalle investieren. Eine Deflation hingegen würde bedeuten, dass beispielsweise Aktieninvestments aufgrund der oben beschriebenen Effekte eher unattraktiv werden.

Fazit: Wer sich in der derzeitigen unsicheren Situation möglichst gut absichern will, sollte sein Augenmerk weniger auf einzelne Trends oder Anlageklassen richten. Ob Inflation oder Deflation – die Vermögensstruktur muss vor allem flexibel und individuell organisiert sein und über eine möglichst breite Streuung das Gesamt-Risiko minimieren. „Diese Diversifikation über alle Investmentarten und Anlageklassen sollte im Einklang mit dem persönlichen Liquiditätsbedarf und der persönlichen Risikoneigung geschehen“, betont Horst Schneider, Leiter Vermögensmanagement bei MLP. Welche Fragen sich Anleger bei der Umsetzung einer erfolgreichen Vermögensstruktur – auch in Krisenzeiten – immer stellen sollten, lesen Sie hier.

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