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(Stand: Juni 2010)
Der Mann spricht Klartext: „Die meisten Jungen werden im Alter arm sein“, sagt Klaus Hurrelmann. Im Rahmen einer Studie hat der renommierte Sozialwissenschaftler der Hertie School of Governance junge Erwachsene zu ihrer Einstellung zur Altersvorsorge und ihrem Sparverhalten befragt. Interessantes Ergebnis: Der überwiegende Teil der 17- bis 27-Jährigen weiß zwar, wie wichtig zusätzliche private Vorsorge ist. Dennoch sparen Millionen junger Menschen nicht für ihr Alter; lediglich 15 Prozent sichern sich laut Studie einigermaßen für die Zukunft ab. Hauptproblem ist – neben dem Eindruck, zu wenig Geld zu haben – die von vielen Befragten als sehr hoch empfundene Komplexität des Themas (siehe Grafik).
Dabei ist es gar nicht so schwer, frühzeitig mit den ersten Schritten der privaten Altersvorsorge zu beginnen. Wer die Möglichkeiten sinnvoll einsetzt, sichert sich langfristig ab – und nutzt systematisch einen langen Anlagehorizont sowie steuerliche Vorteile voll aus. „Spätestens mit dem ersten Job sollten junge Erwachsene mit zielgerichteter Vorsorge beginnen“, sagt Miriam Michelsen, Leiterin Vorsorge bei MLP, „mit dem ersten Gehalt kann jeder direkt einen Beitrag zur Altersvorsorge einplanen, ohne damit seine Lebensgewohnheiten einschränken zu müssen“. Selbst für eine strategisch durchdachte Finanzplanung reichen zu Beginn kleinere Sparbeträge. Denn der Zinseszinseffekt arbeitet über die Jahre für die jungen Sparer. Und wer die staatlichen Förderungen für die Altersvorsorge richtig einbindet, kann den eigenen Anteil noch leichter im verträglichen Rahmen halten (siehe Bsp. unten).
Diese staatlich geförderten Sparformen eignen sich generell, um in jungen Jahren mit der eigenen Vorsorge zu beginnen:
Die Riester-Rente: Eine Riester-Rente wird in unterschiedlichsten Varianten angeboten – als klassische oder fondsgebundene Renten-Versicherung ebenso wie als Fondssparplan oder Bausparvertrag. Alle Produkte geben per Gesetz eine Garantie auf die eingezahlten Beiträge. Das Ersparte steht also im Alter definitiv zu Verfügung. Gefördert wird die Riester-Rente vom Staat durch Zulagen und/oder über Steuervorteile. Besonderes Plus: Sparer, die zum Jahresbeginn das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, bekommen zum Start 200 Euro als staatliches Geschenk in den Vertrag eingezahlt.
Die Basis-Rente: Die Basis-Rente ist eine gute Alternative zur Riester-Rente. Die Basis-Rente wird dadurch staatlich gefördert, dass die Beiträge anteilig von der Steuer absetzbar sind. Empfehlenswert ist eine Basis-Rente auch in Verbindung mit einer Versicherung gegen Berufsunfähigkeit (BU). Neben der Vorsorge fürs Alter sichert man hier zugleich das elementare – und oft unterschätzte – Risiko ab, plötzlich ohne Geld dazustehen, wenn der Versicherte durch Unfall oder Krankheit seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Die staatlichen Hilfen sind dann bei weitem zu wenig, um den aktuellen Lebensstandard zu halten. Der Vorteil einer kombinierten Basis-Rente mit BU-Schutz ist, dass der Gesamtbeitrag – für Altersvorsorge und Berufsunfähigkeitsversicherung – steuerlich als Sonderausgabe abgesetzt werden kann.
Die betriebliche Altersversorgung (bAV): Arbeitgeber müssen ihren Mitarbeitern per Gesetz eine betriebliche Altersvorsorge anbieten. Oft steuern die Unternehmen daher zusätzlich zum normalen Gehalt noch etwas zur Vorsorge ihrer Mitarbeiterr bei. Auch so genannte Vermögenswirksame Leistungen (VL) sind über eine bAV sinnvoll nutzbar. Unterm Strich profitiert jeder bei einer bAV – der Mitarbeiter von weitreichenden Steuervorteilen und der Arbeitgeber durch Einsparungen bei den Sozialabgaben.
Grundsätzlich gilt: Von zentraler Bedeutung für junge Sparer ist die Flexibilität. „Wenn nach dem Berufsstart das Einkommen schrittweise steigt, ist es wichtig, dass jeder seine Sparrate und zum Beispiel auch die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente entsprechend anpassen kann, um die drohende Versorgungslücke im Alter weiter zu schließen“, erklärt Vorsorgeexpertin Michelsen. Auf der anderen Seite können Vorsorgeverträge, etwa bei Arbeitslosigkeit, auch zwischenzeitlich beitragsfrei gestellt werden. Da jede Vorsorgestrategie genau auf die persönlichen Ziele und Pläne ausgerichtet sein muss, ist umfassende Beratung besonders wichtig. „Welche Vorsorgeform in welcher Lebenssituation die Richtige ist, darüber informiert im Detail am besten der MLP-Berater“, sagt Miriam Michelsen.
Beispielrechnung: Staatliche Förderung macht Sparen leichter
Eine 25-jährige Betriebswirtin verdient 33.000 Euro brutto im Jahr. Sie investiert mit ihrem ersten Gehalt 110 Euro monatlich in eine Riester-Rente und erhält damit die volle Zulagenförderung vom Staat. Zusätzlich kombiniert sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Basis-Rente; der Gesamtbeitrag beträgt in den ersten drei Jahren 35 EUR monatlich, danach steigt er auf 120 Euro. Zunächst macht dies vor Steuern inklusive den Beiträgen zur Riester-Rente also 145 Euro. Im Rahmen der jährlichen Einkommensteuererklärung bekommt sie 351 Euro zurück. Diese Ersparnis von rund 29 Euro monatlich reduziert ihren tatsächlichen Vorsorgebeitrag auf 116 Euro pro Monat.
Weitere Informationen:
Mehr Geld für die Zusatzvorsorge dank Bürgerentlastungsgesetz: So unterstützt der Staat Sparer seit 2010 mit noch mehr Steuererleichterungen.
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