Wie attraktiv sind Sachwerte wirklich?
Viele Deutsche investieren in Immobilien, Gold & Co. Wichtig ist dabei, sie strategisch in die Anlagestruktur zu integrieren. MEHR
(Stand: Mai 2010)
Wenn Deutschland und andere EU-Länder einem verschuldeten Mitgliedsland mit Milliardenbürgschaften helfen, wenn der Euro wie in den vergangenen Wochen immer mehr an Wert verliert und die Börsen Achterbahn fahren, ist dann auch mein Geld in Gefahr? Das Wichtigste vorweg: Grund zur Aufregung gibt es nicht – aber in jedem Fall zeigt die aktuelle Marktsituation, wie wichtig es ist, die eigenen Finanzen gegen derartige Turbulenzen abzusichern.
Hier die Antworten auf wichtige Fragen, die sich Anleger und Sparer zur Krise des Euro stellen:
Welche Konsequenzen hat ein schwacher Euro?
Ein schwacher Euro bedeutet gleichzeitig einen starken US-Dollar. Das wirkt sich auf die Preise aus, vor allem für Importwaren. Nicht nur die Jeans wird dann teurer, sondern etwa auch das Öl – an den Tankstellen in Deutschland ist die Tendenz längst zu spüren. Nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) sind allein fünf Cent des Preisanstiegs seit Jahresbeginn auf den Dollarkurs zurückzuführen. Im Gegenzug verbilligt ein schwacher Euro deutsche Produkte im Ausland, was den Export-Unternehmen in Deutschland hilft. Hinzu kommt: Der Euro ist immer noch grundsätzlich eine stabile Währung, auch in der aktuellen Situation. Und: Er war schon mal viel schwächer als jetzt. So fiel der Euro nach seiner Einführung im Jahr 2000 zwischenzeitlich schon mal auf 85 US-Cent.
Führt die steigende Staatsverschuldung zu einer weltweiten Inflation?
Im April ist die Inflationsrate in Deutschland noch einmal leicht von ohnehin schon niedrigen 1,1 Prozent auf 1,0 Prozent gesunken. Der Trend könnte sich aber mittel- bis langfristig umkehren, wie schon jetzt an den gestiegenen Großhandelspreisen abzulesen ist. Nicht nur Griechenland ist hochverschuldet – brisant ist die Lage auch in Irland, Portugal und Spanien. Aber auch die USA, Großbritannien und Frankreich – und auch Deutschland – stehen unter dem Druck staatlicher Schuldenberge. Daher ist es durchaus möglich, dass Politik und die Notenbanken künftig eine Geldentwertung billigend in Kauf nehmen werden, weil sich mit ihr die reale Schuldenlast verringert. Allerdings hat die Eurozone ein klares Stabilitätsziel: dass die Inflation auf nicht mehr als zwei Prozent steigt.
Ist angesichts des aktuellen Zinstiefs ein guter Zeitpunkt, um eine Immobilie zu kaufen?
Wer sich nach eigenen vier Wänden sehnt, sollte jetzt die günstige Gelegenheit nutzen. Denn die eigene Immobilie verwirklicht nicht nur die eigenen Wohnträume, sondern bietet auch einen hervorragenden Schutz gegen Geldentwertung. Baugeld ist wegen der niedrigen Zinsen momentan sehr günstig: So kosten Immobilienkredite mit 20 Jahren Laufzeit im Schnitt nur noch rund 4 Prozent, etwa zwei Prozentpunkte weniger als noch vor zehn Jahren. Da laut Expertenmeinung die Zinsen aufgrund steigender Inflationserwartungen wieder anziehen werden, ist es sinnvoll, sich die derzeit günstigen Konditionen jetzt langfristig zu sichern.
Wirkt sich die Griechenland-Krise auf meine Lebens- oder Rentenversicherung aus?
Zwar haben auch die großen Versicherer in Länder wie Griechenland oder Portugal investiert, doch nur zu einem sehr geringen Teil. Die deutschen Lebensversicherer haben die Kundengelder derzeit zu etwa 80 Prozent in Anleihen, also Zinspapieren angelegt; nur etwa 3 bis 5 Prozent sind in Aktien investiert, Staatsanleihen machen rund 10 Prozent der Anlagen aus. Die Griechenland-Krise wird daher die Überschussbeteiligung für konventionelle Lebens- und Rentenversicherungem voraussichtlich nicht negativ beeinflussen. Für fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen gilt: Je nach Anlageschwerpunkt unterliegt die Versicherung mehr oder weniger den Kursschwankungen an den Finanzmärkten. Die zwischenzeitlichen Turbulenzen wirken sich nur vorübergehend aus. Da Lebens- und Rentenversicherungen langfristig orientierte Produkte sind, gleichen sich Schwankungen über die Zeit in der Regel aus.
Was sollten Sparer bei ihrer Riester- oder Basis-Rente beachten?
Wer mit Riester- oder Basisrente staatlich gefördert für sein Alter vorsorgt, kann mit Blick in die Zukunft Ruhe bewahren. Klassische Riester-Rentenversicherungen beispielsweise investieren zum großen Teil in sichere Anlagen, wie festverzinsliche Wertpapiere. Bei Riester-Varianten wie fondsgebundenen Versicherungen oder Fondssparplänen fließen die Sparbeträge unter anderem in Aktien- und Rentenfonds. Zwar sind hier vorübergehende Verluste möglich, demgegenüber profitieren Sparer aber auch von höheren Renditechancen bei Kursanstiegen. Hinzu kommt: Viele fondsgebundene Versicherungen verbinden die langfristigen Ertragschancen der Kapitalmärkte mit Garantien, weil sie über spezielle Sicherungsmechanismen verfügen. Generell gilt: Alle Formen der Riester-Rente bieten eine per Gesetz verordnete Kapitalgarantie auf die eingezahlten Altersvorsorgebeiträge und staatlichen Zulagen. Auch für Basis-Renten gilt: Diese Produkte spielen ihre Stärken besonders über den langjährigen Ansparprozess und den Zinseszinseffekt aus – egal, ob fondsgebundene oder konventionelle Rentenversicherung.
Welche Strategien gelten jetzt für meine Geldanlage?
Eines ist klar: Angst ist ein schlechter Ratgeber – und darf nicht zu unüberlegtem Handeln führen. Hektisches Hin- und Herschieben von Anlagen bringt in der Regel nur Verluste. Dennoch ist gerade jetzt ein guter Zeitpunkt, um die eigenen Finanzen mal wieder auf den Prüfstand zu stellen. Ziel ist dabei eine langfristige Strategie, die auch in turbulenten Marktphasen einen ruhigen Schlaf ermöglicht. MLP bietet dazu die individuell passendenVermögensmanagement-Konzepte: Ausgehend von der persönlichen Risikoneigung eines Kunden investiert ein professionelles Fondsmanagement möglichst vielseitig und breit gestreut über alle attraktiven Anlageklassen. Das reduziert die Risiken, die einzelne Anlageklassen mit sich bringen können, weil das Fondsmanagement frühzeitig und flexibel auf Marktentwicklungen reagieren kann – wie zum Beispiel drohende Inflation oder ein schwacher Euro.
Wie kann ich bei diesem niedrigen Zinsniveau mein Geld kurzfristig sicher anlegen?
Wegen des niedrigen Marktniveaus können Banken ihren Kunden derzeit keine hohen Zinsen für Tages- oder Festgeld bieten, der Durchschnittszins liegt bei gerade mal 1 Prozent. MLP bietet seinen Kunden derzeit 1,5 Prozent. Generell gilt: Tages- und Festgelder sowie Spar- und Girokonten sind durch den Einlagensicherungsfonds und die „Merkel-Garantie“ aus dem Jahr 2008 absolut sicher. Wer Wert auf Sicherheit legt und trotzdem attraktivere Renditeaussichten möchte, für den bietet beispielsweise das MLP-Fondskonzept „ZinsPlus“ eine interessante und leistungsstarke Alternative.
Bieten Gold oder Rohstoffe einen so genannten sicheren Hafen?
Rohstoffe sind generell als Teilinvestment im Rahmen einer ausgewogenen und langfristigen Anlagestrategie zu empfehlen – und die gezielte Auswahl sollten Experten übernehmen. Gold ist derzeit bei Anlegern besonders beliebt. Es gilt in Zeiten hoher Unsicherheit und Inflationsgefahr für viele als sicherer Hafen. Zwar scheint das Edelmetall im aktuellen Umfeld auch nach den jüngsten Kursanstiegen noch attraktiv, es ist aber aufgrund möglicher Preisschwankungen dauerhaft eher als Beimischung im Portfolio geeignet. Schließlich kann der Preis für Gold so schnell wieder fallen, wie er gestiegen ist.
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Janek Sakowsky:
Es ist die Frage, warum Angst ein schlechter Ratgeber sein soll – vielleicht weil dann die Auszahlungen von langfristig angelegten Sparpläne und Lebensversicherungen unter den bisher eingezahlten Beiträgen liegen ?!?
Ich bin übrigens der Meinung, dass die Presse sehr wenig – in anbetracht der Bedeutung und der möglichen und wahrscheinlichen Auswirkungen auf unsere Bevölkerung – auf das Thema Wirtschaft- und Finanzkrise eingeht. Die Medienpräsens von “Lena pupst, Menowin sucht seine Schwester und Ballacks Fuß ist kaputt” ist doch genauso hoch – und absolut unbedeutend.
Von meinem MLP Berater würde ich mir mehr Beratung und entsprechende Produkte für mögliche Szenarien wie “Inflation, Deflation, Stagflation, event. Währungsschnitt” wünschen.
Heicke Barth:
Sehr gut gefällt mir die Sachlichkeit der Informationen-und der Hinweis,dass Angst ein schlechter Ratgeber ist.
Immer,wenn Emotionen hochkochen,die wie aktuell noch durch die Presse extrem geschürt werden,entstehen irrationale Entscheidungen.
Besser,sich zurückzunehmen-und mit seinem Berater zusammen zu überlegen,inwiefern für die eigenen Konzeptionen Handlungsbedarf besteht(vorher zwei Tage keine Zeitung lesen)
S.Schütze:
Wie sehen die Prognosen für die Zukunft aus. Wenn man als Deutscher in die Schweiz gezogen ist und die EUR-Ersparnisse noch in EUR in Deutschland liegen. Sollte man jetzt trotz des schlechten Wechelkurses (1,52 vor 12 Monaten, jetzt 1,40) in den Schweizer Franken tauschen, solang och etwas zu retten ist oder sollte man Geduld und Nerven zeigen, bis sich der Wechselkurs wieder in die 1,50-Marke bewegt?
Sehr geehrter Herr Schütze,
überstürzte Handlungen zahlen sich in der Geldanlage selten aus. Zudem zeigte sich der Euro bei 1,40 gegenüber dem Schweizer Franken stark überverkauft. Unterstützt von Interventionen der Schweizer Zentralbank haben wir in den letzten Tagen bereits eine starke Gegenreaktion gesehen. Auch wenn der Wechselkurs in den kommenden Monaten von der Schwäche der Euroländer dominiert werden könnte, besteht längerfristig durchaus die Möglichkeit einer moderaten Aufwertung des Euros. Sofern Sie dauerhaft in der Schweiz leben, sollten Sie grundsätzlich darüber nachdenken, das Währungsrisiko, wenn nicht ganz, so doch zumindest teilweise abzubauen.
Viele Grüße,
Ihre Redaktion
Dr.Jürgen Rogalla:
Es ist schwer zu verstehen, daß Sie ihren Lesern die Garantieaussage eines Politikers/in, “Merkel-Garantie” ,als absolut sicher verkaufen. Das ist nur verständlich als ” Politik des Hauses MLP. Ich fühle mich dadurch auf den Arm genommen.
J.Rogalla
S. Yeh:
Interessant wäre noch die Frage inwieweit sich eine Geldanlage in EURO-fremder Währung lohnen würde, wie z.B. Schweizer Franken…
Sehr geehrter Herr Yeh,
im Verlauf der kommenden Monate könnte der Euro-Kurs im Vergleich zu anderen Währungen, wie dem Schweizer Franken oder auch dem US-Dollar, von weiteren Schwächen geprägt sein. Allerdings: Sollte einerseits die expansive Geldpolitik in der Schweiz länger anhalten – und sollte andererseits die enorme US-Staatsverschuldung wieder mehr in den Fokus rücken, so besteht gegenüber diesen beiden Währungen längerfristig wieder die Möglichkeit einer moderaten Aufwertung des Euros. Gleichwohl kann für Anleger eine Diversifikation auch auf der Währungsseite durchaus sinnvoll sein. Da Währungsprognosen unter anderem auf Grund von schnellen Interventionen durch die Politik oder Zentralbanken (bspw. in der Schweiz) äußerst problematisch sind, empfiehlt es sich, diese eher spekulative Form der Geldanlage in professionelle Hände zu legen.
Viele Grüße,
Ihre Redaktion