<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Forum MLP - Das MLP-Magazin &#187; Titelthema</title>
	<atom:link href="http://www.forum-mlp.de/category/home/titelthema/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.forum-mlp.de</link>
	<description>Forum MLP - Das MLP-Magazin</description>
	<lastBuildDate>Thu, 02 Feb 2012 16:37:25 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0.4</generator>
		<item>
		<title>Hurra, wir leben lang!</title>
		<link>http://www.forum-mlp.de/2011/10/hurra-wir-leben-lang/</link>
		<comments>http://www.forum-mlp.de/2011/10/hurra-wir-leben-lang/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 23 Oct 2011 13:05:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>niels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demografie]]></category>
		<category><![CDATA[Titelthema]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.forum-mlp.de/?p=10995</guid>
		<description><![CDATA[Was die Deutschen von ihrem langen Leben erwarten. Das Institut für Demoskopie Allensbach hat im Auftrag von FORUM nachgefragt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4 class="alternative"> — Die Deutschen werden immer älter – vorbei die Zeiten, in denen der Ruhestand nach jahrzehntelanger Schufterei als „letzter Abschnitt“ das Leben bestenfalls sanft ausklingen ließ.</h4>
<div id="attachment_10963" class="wp-caption alignnone" style="width: 630px"><a  href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2011/10/Bildstrecke_tt_lead_DariusRamazani.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-10995" title=""><img src="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2011/10/Bildstrecke_tt_lead_DariusRamazani.jpg" alt="" title="Older Man Jumping on Bed" width="620" height="330" class="alignnone size-full wp-image-11082" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Darius Ramazani, Corbis</p></div>
<p><strong>19. Oktober 2011.</strong> Wer heute mit 65 Jahren in Rente geht, hat laut Statistik noch durchschnittlich mehr als 20 Jahre vor sich – eine lange Zeit, die es schon in jungen Jahren zu planen gilt. Weiter arbeiten, die Hobbys pflegen oder verwirklichen, wovon man schon sein ganzes Leben geträumt hat? Diese Wahl hat nur, wer im Alter noch fit und finanziell unabhängig ist.</p>
<p>Doch wie verändert die Aussicht auf mehr Leben unseren Alltag und unsere Zukunftsplanung? Welche Sorgen und Sehnsüchte bestimmen die Erwartungen ans Alter? Sind die Deutschen bereit für mehr Lebenszeit? </p>
<p>FORUM hat in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach nachgefragt.</p>
<p><strong>Lesen Sie hier folgende Statistiken nach:</strong><br />
<a  class="thickbox" href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/gallery/republik_der_alten/rda_01.jpg" rel="rda">Republik der Alten – Fakten zum Thema demografischer Wandel</a><br />
<a  class="thickbox" href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/gallery/die_plaene/plaene_01.jpg" rel="plans">Die Pläne – Was möchten Sie gerne tun, wenn Sie im Ruhestand sind?</a><br />
<a  class="thickbox" href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/gallery/die_sorgen/sorgen_01.jpg" rel="sorgen">Die Sorgen – Was befürchten Sie, wenn Sie alt werden?</a><br />
<a  class="thickbox" href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/gallery/die_realitaet/realitaet_01.jpg" rel="real">Die Realität – Welche Pläne konnten Sie tatsächlich im Alter verwirklichen?</a></p>
<div style="display:none">
<a  href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/gallery/republik_der_alten/rda_02.jpg" rel="rda"></a><br />
<a href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/gallery/republik_der_alten/rda_03.jpg" rel="rda"></a><br />
<a  href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/gallery/republik_der_alten/rda_04.jpg" rel="rda"></a></p>
<p><a href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/gallery/die_plaene/plaene_02.jpg" rel="plans"></a><br />
<a  href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/gallery/die_plaene/plaene_03.jpg" rel="plans"></a><br />
<a href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/gallery/die_plaene/plaene_04.jpg" rel="plans"></a><br />
<a  href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/gallery/die_plaene/plaene_05.jpg" rel="plans"></a></p>
<p><a href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/gallery/die_sorgen/sorgen_02.jpg" rel="sorgen"></a><br />
<a  href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/gallery/die_sorgen/sorgen_03.jpg" rel="sorgen"></a><br />
<a href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/gallery/die_sorgen/sorgen_04.jpg" rel="sorgen"></a><br />
<a  href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/gallery/die_sorgen/sorgen_05.jpg" rel="sorgen"></a></p>
<p><a href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/gallery/die_realitaet/realitaet_02.jpg" rel="real"></a><br />
<a  href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/gallery/die_realitaet/realitaet_03.jpg" rel="real"></a><br />
<a href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/gallery/die_realitaet/realitaet_04.jpg" rel="real"></a><br />
<a href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/gallery/die_realitaet/realitaet_05.jpg" rel="real"></a>
</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.forum-mlp.de/2011/10/hurra-wir-leben-lang/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>„Mich wirft nichts so leicht vom Stuhl“</title>
		<link>http://www.forum-mlp.de/2011/10/mich-wirft-nichts-so-leicht-vom-stuhl/</link>
		<comments>http://www.forum-mlp.de/2011/10/mich-wirft-nichts-so-leicht-vom-stuhl/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 21 Oct 2011 13:04:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>niels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Titelthema]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.forum-mlp.de/?p=11417</guid>
		<description><![CDATA[Heiner Geißler erklärt, warum er die politische Bühne auch mit über 80 Jahren nicht verlassen will.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4 class="alternative">— Als Schlichter im Streit um „Stuttgart 21“ ist CDU-Politiker Heiner Geissler mit über 80 Jahren auf die große politische Bühne zurückgekehrt. Im Interview mit FORUM hält er ein Plädoyer für mehr direkte Mitbestimmung, auch für die alternde Gesellschaft.<br />
</h4>
<p>von <em>Martina Petersen</em> </p>
<div id="attachment_6944" class="wp-caption alignnone" style="width: 630px"><a  href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2011/10/heinser_geissler_tt_lead_Yvonne_Seidel.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-11417" title=""><img src="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2011/10/heinser_geissler_tt_lead_Yvonne_Seidel.jpg" alt="" title="" width="620" height="330" class="alignnone size-full wp-image-11418" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Yvonne Seidel</p></div>
<p><strong>21. Oktober 2011. </strong>Zwischenstopp am Stuttgarter Hauptbahnhof. Ausgerechnet hier will uns Heiner Geißler das Interview geben, das wir eigentlich zum Thema demografischer Wandel mit ihm führen möchten. Der CDU-Politiker kommt mit einem Zug aus der Schweiz, wo er anlässlich des Nationalfeiertages eine Rede gehalten hat. Er reist salopp in blauem Poloshirt und heller Hose, den Kleidersack mit dem Anzug hat er im Gepäck. Sein kleiner Koffer ist schwer wie ein Stein: Statt eines Honorars für den Vortrag hatte sich der passionierte Bergsteiger Literatur über die Alpen gewünscht, und die Schweizer haben es gut mit ihm gemeint. </p>
<p>Seit Herbst 2010 engagiert sich der 81-Jährige ehrenamtlich als Schlichter im Konflikt um den umstrittenen Bahnhofsumbau. Kein Wunder, dass ihn hier jeder erkennt. Die „Stuttgart 21“-Gegner, die sich im Vorfeld der Montagsdemo schon nachmittags am Bauzaun versammeln, bekunden eindeutig ihre Sympathie. Kaum ist Geißler in Sichtweite, suchen die Menschen seine Nähe. Von der jungen Punkerin bis zum gesetzten älteren Herren – jeder möchte mit ihm sprechen, die aktuelle Lage diskutieren, seine Gedanken hören. In erstaunlich vertrautem Ton rufen die Menschen seinen Namen. Als Schlichter gilt Heiner Geißler als echter Volksvertreter, und solche „Politiker zum Anfassen“ sind im 21. Jahrhundert rar geworden. Freundlich, aber bestimmt bahnt er sich seinen Weg aus der Menge am Bahnhofsvorplatz in Richtung des Hotels, in dem wir das Interview mit ihm führen möchten: „Sonst kommen wir hier nie mehr weg.“ </p>
<div style="border-top: 10px dotted;width:7%;color:#87775F;text-align:center;margin:0 45%;margin-bottom:15px;"></div>
<p><strong>Herr Geißler, Ihre Rolle im Zusammenhang mit der Schlichtung von „Stuttgart 21“ wurde häufig als die des „Altersweisen“ beschrieben. Können Sie damit etwas anfangen?</strong><br />
<em>Heiner Geißler:</em> Ich sehe mich eigentlich immer noch so, als ob ich 40 oder 50 wäre (lacht), und wundere mich, dass ich schon 81 bin. Ich bin nicht klüger und nicht dümmer als vor 20 Jahren, aber etwas erfahrener.</p>
<p><strong>Sind Sie mit den Jahren auch gelassener geworden?</strong><br />
<em>Geißler:</em> Im Grunde genommen war ich das früher auch schon. Mich wirft nichts so leicht vom Stuhl. Durch mein Bergsteigertraining habe ich einen Ruhepuls von 50, da ist man nicht so schnell aufgeregt.</p>
<p><strong>Sie saßen 25 Jahre für die CDU im Bundestag. Heute brauchen Sie bei Ihrer politischen Arbeit auf die Parteiräson keine Rücksicht mehr nehmen. Schenkt die Arbeit im Alter mehr Freiraum?</strong><br />
<em>Geißler: </em>Auf jeden Fall. Aber ich habe mir diese Freiheit früher auch erkämpft. Ich war immer ein Grenzgänger, deshalb habe ich in meiner aktiven politischen Zeit viel Streit gehabt. Ich habe mich nie einfangen lassen und war auch nie bereit, etwas gegen meine Überzeugung zu sagen. </p>
<p><strong>Sie demonstrieren gerade, dass man mit über 80 Jahren einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten kann. In der öffentlichen Debatte wird meist ein düsteres Bild von der „alternden Gesellschaft“ gezeichnet. </strong><br />
<em>Geißler:</em> Mit dem demografischen Wandel können wir fertig werden, allerdings müssen wir dazu unsere Wirtschaftspolitik und unser Denken grundlegend ändern. Wir erleben eine totale Ökonomisierung unserer Gesellschaft, in der der Mensch umso weniger gilt, je mehr er kostet. Das heißt, dass alte Menschen in unserer Gesellschaft nicht die Anerkennung erfahren, die sie verdienen. Wir müssen endlich begreifen, dass es ein schwerer ökonomischer Fehler und eine Dummheit ist, die Älteren aus dem Arbeitsprozess auszugliedern. Denn selbst wenn sie manchmal nicht so fit sind, haben die Alten einen unglaublichen Vorsprung an Wissen und Erfahrung.</p>
<p><strong>Derzeit geht in der Generation 55 plus nur noch jeder Dritte einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nach. Macht es da Sinn, das Rentenalter auf 67 Jahre heraufzusetzen?</strong><br />
<em>Geißler:</em> Die Rente mit 67 ist politisch nur verantwortbar, wenn genügend Arbeitsplätze für Ältere vorhanden sind. Dazu muss die Agenda 2010 in großen Teilen wieder abgeschafft werden. Seit 2003 stagniert die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Vollzeitarbeitsplätze, dafür haben wir sechs Millionen geringfügige Jobs, von denen die Leute größtenteils nicht leben können. Es sind vor allem Jobs, auf die die Frauen abgeschoben werden mit der Folge, dass immer mehr keine ordentliche Altersrente aufbauen können. Das heißt: Es muss wieder normal sein, dass die Wirtschaft statt 400-Euro-Jobs, Zeitarbeit und Leiharbeit wieder Vollzeitarbeitsplätze anbietet. Dies ist in Deutschland auch möglich. </p>
<p><strong>2050 werden 40 Prozent der Bevölkerung über 60 Jahre alt sein. Wie soll dann das Geld in der Rentenkasse für alle ausreichen?</strong><br />
<em>Geißler:</em> Der Staat muss ein funktionierendes Altersvorsorgesystem anbieten wie in der Schweiz: Dort zahlen alle von allem für alle. Das heißt: Alle Bürger sind Mitglied in der gesetzlichen Rentenversicherung, und auch der Millionär muss von seinem Einkommen Beiträge zahlen. In der Schweiz bekommt eine Verkäuferin 1.200 Franken Rente. Der Zigarrenfabrikant Heinrich Villiger, der als Millionär auch Mitglied ist, bekommt schätzungsweise eine Rente von 2.800 Franken. Seine Rente müsste aufgrund seines viel höheren Beitrags eigentlich deutlich höher ausfallen. Aber die Reichen müssen in einem Solidarsystem ihren Betrag leisten, damit die sozial Schwächeren eine ausreichende Alterssicherung haben.</p>
<p><strong>Die Renten- und vor allem die Krankenversicherung in der Schweiz decken aber nur eine Grundsicherung ab.</strong><br />
<em>Geißler:</em> Wer es möchte und finanziell dazu in der Lage ist, kann sich ja zusätzlich privat versichern. Wenn wie bei uns immer mehr Menschen zu Sozialfällen werden, dann wird es für den Staat doch immer teurer. In Deutschland laufen inzwischen 170.000 Klagen vor den Sozialgerichten gegen die Hartz-IV-Regelung. Das ist ein unglaublicher Vorgang, der darin begründet liegt, dass bei uns in den Behörden und in der Politik immer gegen die Menschen entschieden wird. Der Staat organisiert sich gegen die eigenen Bürger. In Folge des ungezügelten kapitalistischen Wirtschaftssystems hat sich eine Hornhaut gebildet auf den Seelen der Verantwortlichen. Ich habe neulich in einer Diskussion zu führenden Leuten meiner Partei gesagt: Die CDU würde sofort wieder eine Mehrheit bekommen, wenn sie als Parole ausgeben würde, dass sie bei allen politischen und rechtlichen Entscheidungen im Zweifel immer für die Menschen entscheidet. Weil die Menschen dann darauf vertrauen könnten, dass so eine Partei nicht von Interessen internationaler Finanzmärkte abhängig ist, sondern dass sie Politik machen will für die Leute. Dieses Vertrauen muss wieder geschaffen werden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.forum-mlp.de/2011/10/mich-wirft-nichts-so-leicht-vom-stuhl/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Visionär der Schreckensszenarien</title>
		<link>http://www.forum-mlp.de/2011/10/visionar-der-schreckensszenarien/</link>
		<comments>http://www.forum-mlp.de/2011/10/visionar-der-schreckensszenarien/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 21 Oct 2011 13:04:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>niels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Titelthema]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.forum-mlp.de/?p=11454</guid>
		<description><![CDATA[MLP-Kunde und Regisseur Jörg Lühdorff hat den demografischen Wandel als Mehrteiler fürs ZDF visualisiert. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4 class="alternative">— MLP-Kunde und Filmemacher Jörg Lühdorff erregte Aufsehen mit seiner fiktiven Dokumentation „2030: Aufstand der Alten“ über die hässliche Fratze des demografischen Wandels. Dabei versucht der 45-Jährige eigentlich immer, ein Optimist zu sein.</h4>
<p>von <em>Judith-Maria Gillies</em></p>
<div id="attachment_6944" class="wp-caption alignnone" style="width: 630px"><a  href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2011/10/luehdorf_tt_lead_TorstenFuth.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-11454" title=""><img src="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2011/10/luehdorf_tt_lead_TorstenFuth.jpg" alt="" title="luehdorf_tt_lead_TorstenFuth" width="620" height="330" class="alignnone size-full wp-image-11456" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Torsten Futh</p></div>
<p><strong>21. Oktober 2011. </strong>Anti-Aging-Creme im Badezimmer? Jörg Lühdorff schüttelt den Kopf. Nein, so etwas wäre nichts für ihn. Er ist jetzt 45. Völlig normal, dass sich da der Haaransatz ein wenig verschiebt oder ein paar Pfunde dazukommen. Aber deshalb gleich der Jugend hinterherzujammern käme ihm nicht in den Sinn. Nur beim Joggen, nun ja. „Da merke ich das Alter schon“, sagt er. Als er neulich für einen Marathon trainierte, musste er die Vorbereitungen schon zur Halbzeit abbrechen. „Immerhin kann ich es auf Job und Familie schieben“, sagt er schmunzelnd. „Die lassen mir für den Sport einfach nicht genug Zeit.“</p>
<p>Eine faule Ausrede ist das nicht. Lühdorff hat wirklich viel zu tun. Seinen Durchbruch feierte der Drehbuchautor und Regisseur 2007 mit dem ZDF-Mehrteiler „2030: Aufstand der Alten“, einer fiktiven Dokumentation über mögliche Auswirkungen des demografischen Wandels. Das Szenario des Films: Jeder dritte Rentner lebt unter der Armutsgrenze, der Generationenvertrag ist aufgelöst, und die gesetzlichen Krankenkassen nehmen „das freiwillige Frühableben“ von Senioren in ihren Leistungskatalog auf. Der Thriller löste heftigste Reaktionen bei Fernsehzuschauern, Politikern und Gesellschaftsvertretern hervor.</p>
<p><strong>Eiskalt erwischt</strong><br />
Lühdorff ist es beim Schneiden des Films manchmal selbst „eiskalt den Rücken runtergelaufen“, erzählt er. Das Thema Generationenkonflikt beschäftigt ihn bis heute. Aktuell schreibt der Filmemacher an einem Drehbuch über eine schwierige Vater-Sohn-Beziehung. Der Sohn ist genauso alt wie er. „Um die 40 kann man das Thema Alter nicht mehr wegdrücken“, sagt Lühdorff ernst. Seit dem „Aufstand der Alten“ sah er sich „plötzlich gezwungen, mich mit meiner eigenen Zukunft zu beschäftigen“. Ob er später auch in die Armut abgleiten würde &#8230;? „Es ist naiv, zu glauben, dass sich immer alles zum Guten wendet“, ist er überzeugt. Daher hat er sich als Selbstständiger auch schon früh um eine private Altersvorsorge gekümmert. „Aber viele meiner Kollegen am Dreh hat der Film eiskalt erwischt.“</p>
<p>In Wirklichkeit versucht Lühdorff, auch die positiven Aspekte des Alterns zu sehen. „Das Mehr an Lebenserfahrung“ zum Beispiel. Oder die Gelassenheit. Die soll im Alter ja zunehmen. „Eine große Portion davon würde mir definitiv nicht schaden“, sagt er schmunzelnd. Tatsächlich war bisher für Gelassenheit nicht viel Platz in seinem Leben. Seine Karriere als Drehbuchautor fing schon mit 13 Jahren an. Da schrieb Lühdorff sein erstes Hörspiel: „Madonna, hilf!“, einen Krimi, bei dem ein südamerikanischer Kommissar mit göttlichem Beistand einen Mordfall aufklärt. Mit Klassenkameraden nahm er das Hörspiel damals auf Kassette auf. </p>
<p>Nach dem Abitur und dem Studium an der Filmakademie Baden-Württemberg – unter anderem bei dem bekannten Regisseur Michael Verhoeven – drehte er zahlreiche Filme. Darunter preisgekrönte Werbespots genauso wie über ein Dutzend Fernsehfilme, etwa Thriller wie „Ratten“, „Der Wannseemörder“ oder „Die Jahrhundertlawine“. </p>
<p><strong>Vom Generationenkonflikt zum Klassenkampf</strong><br />
2011 lief die Fortsetzung von „2030“ im Fernsehen. „Aufstand der Jungen“, diesmal ein Schreckensszenario über die Zukunft der Kinder, die zu Beginn des Millenniums geboren wurden. In dem Film steigt die Mittelschicht ab, Parallelgesellschaften entstehen. Aus dem Generationenkonflikt wird ein Klassenkampf. </p>
<p>Als Lühdorff das Drehbuch schrieb, erwartete seine Frau gerade das zweite Kind. Da geht einem so ein Thema ganz besonders nah. Gleichzeitig drängt sich die Frage auf: Muss jemand, der solche Filme schreibt, nicht von Grund auf ein pessimistischer Mensch sein? Jörg Lühdorff überlegt kurz. „Ich versuche immer, ein Optimist zu sein“, sagt er dann. „Aber ich erwische mich doch öfter dabei, mir Sorgen zu machen.“ </p>
<p>Jüngst ist Lühdorff mit seiner vierköpfigen Familie von Köln nach Berlin gezogen – in den durch und durch bürgerlichen Stadtteil Lichterfelde. Dass gute Schulen in der Nähe sind, war ein wichtiges Kriterium bei der Wohnungssuche. Die Kinder gehen heute in eine Kita, die von einer Elterninitiative geführt wird. Mitentscheiden und mitgestalten zu können ist Lühdorff wichtig. Er selbst kommt aus einer typischen Mittelschichtfamilie. Geboren in Düsseldorf, aufgewachsen in Köln. Vater Ingenieur, Mutter Hausfrau, ein jüngerer Bruder. Was wohl werden wird, wenn Lühdorffs Kinder so alt sind wie er jetzt …? Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen. „Ich hoffe, dass es ihnen dann genauso gut geht wie mir.“ Endlich mal ein Zukunftsszenario voll Optimismus.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.forum-mlp.de/2011/10/visionar-der-schreckensszenarien/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Oma sucht Arbeit</title>
		<link>http://www.forum-mlp.de/2011/10/oma-sucht-arbeit/</link>
		<comments>http://www.forum-mlp.de/2011/10/oma-sucht-arbeit/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 21 Oct 2011 13:04:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sfelgendreher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Titelthema]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.forum-mlp.de/?p=11419</guid>
		<description><![CDATA[Eine Hamburgerin vermittelt Frauen jenseits der 50 zu Familien ins Ausland oder in soziale Projekte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4 class="alternative"> — Ausgedient? Mitnichten! Über Frauen, die als „Granny Aupair“ in alle Welt reisen, und ein neues Lebenskonzept im Alter, das gerade Furore macht.</h4>
<p>von <em>Martina Petersen</em></p>
<div id="attachment_6944" class="wp-caption alignnone" style="width: 630px"><a  href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2011/10/OmasSuchtArbeit_tt_lead_GettyImages.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-11419" title=""><img src="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2011/10/OmasSuchtArbeit_tt_lead_GettyImages.jpg" alt="" title="" width="620" height="330" class="alignnone size-full wp-image-11420" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Getty Images, George Doyle; Composing: Signum communication</p></div>
<p><strong>21. Oktober 2011.</strong> Michaela Hansen ist eine gestandene Unternehmerin. Doch den durchschlagenden Erfolg ihrer jüngsten Geschäftsidee kann die 50-Jährige auch nach gut eineinhalb Jahren manchmal nicht fassen. Anfang 2010 gab sie per Pressemitteilung die Gründung ihrer „Granny Aupair“-Agentur bekannt, über die sie Frauen der Generation 50 plus als „Oma auf Zeit“ in ausländische Familien vermittelt. Nur zwanzig Minuten später bekam sie die erste Anfrage, und nach den ersten Presseberichten stand ihr Telefon nicht mehr still. Mittlerweile hat sie über 300 Frauen in ihrer Kartei und bereits mehr als 50 von ihnen rund um den Erdball erfolgreich in Familien und soziale Projekte vermittelt. Ihre Idee machte sie darüber hinaus zu einer gefragten Referentin zum Thema „demografischer Wandel“. „Ich staune immer noch darüber, dass ich aus meinem Bauchgefühl ein Projekt hervorgebracht habe, das eine solche gesellschaftliche Relevanz bekommen hat und jetzt überall als Vorreiter gehandelt wird“, sagt Michaela Hansen. „Schließlich ging es bei der Idee ja zunächst um mich.“</p>
<p><a  href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2011/10/michaela_hansen.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-11419" title="Michaela Hansen"><img src="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2011/10/michaela_hansen-104x150.jpg" alt="Michaela Hansen" title="" width="104" height="150" class="alignleft size-thumbnail wp-image-11421" /></a>Denn immer sonntags, wenn junge Aupairs in der Fernsehsendung „Auf und davon“ von ihren Abenteuern im Ausland berichteten, wurde die Hamburgerin vom Fernweh gepackt. Gern hätte sie selbst als junge Frau die Welt erobert, doch sie heiratete mit 19 Jahren und bekam zwei Kinder. Mit ihrem zweiten Mann baute die PR-Beraterin die eigene Agentur „Team Hansen“ auf. Seitdem ist sie viel gereist, führte ein buntes Leben. Doch die unerfüllte Sehnsucht ist geblieben. „Wenn ich mit anderen Frauen darüber sprach, sprang der Funke sofort über“, erzählt Hansen. Und bei der neuen Geschäftsidee spielte schließlich auch Trotz eine Rolle: „Aus welchem Grund soll es für einen Au-pair-Aufenthalt im fortgeschrittenen Alter zu spät sein? Reife Frauen sind heute fit, gut ausgebildet und abenteuerlustig. Mit unserer Lebenserfahrung haben wir den Gastfamilien doch etwas zu bieten!“</p>
<p><strong>Finanzielles Extra zur Rente</strong><br />
<a  href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2011/10/anke_vendt.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-11419" title="Anke Vendt"><img src="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2011/10/anke_vendt-150x119.jpg" alt="Anke Vendt" title="" width="150" height="119" class="alignright size-thumbnail wp-image-11424" /></a>Anke Vendt war eine der ersten Frauen in Hansens Kartei. Die heute 62-Jährige hatte ebenfalls jung geheiratet und war früh Mutter geworden. 2005 ging die technische Zeichnerin in Altersteilzeit, und als sie 2008 mit 59 Jahren endgültig zu Hause blieb, kamen ihre beiden Enkelsöhne längst gut ohne Oma klar. Anke Vendt hat einen großen Bekanntenkreis und viele Hobbys – dennoch begann ihr die Arbeit zu fehlen. Auch ein finanzielles Extra zur Rente wäre willkommen gewesen. So suchte sie sich neben ihrem ehrenamtlichen Engagement mehrere Minijobs und begab sich 2010 als „Granny Aupair“ auf die Spuren ihres Traums: Zunächst für sieben Wochen ging sie bei freier Kost und Logis zu einer deutschen Familie nach Andalusien und fuhr täglich die beiden Jungen zur deutschen Schule. „Die Familie hat mich wie eine Verwandte aufgenommen und mir viel in der Umgebung gezeigt“, sagt Anke Vendt. „Wir haben ausgemacht, dass ich immer dann wiederkomme, wenn sie mich braucht und ich es mit meinen Terminen zu Hause vereinbaren kann. Denn meine Freiheit lasse ich mir heute nicht mehr nehmen.“</p>
<p><strong>Verdutzte Ehemänner und Kinder</strong><br />
Selbstbewusst und gut ausgebildet sind auch die anderen Frauen in Michaela Hansens Kartei; die Aufnahme kostet 35 Euro, dafür müssen die Frauen – viele haben in sozialen oder pädagogischen Berufen gearbeitet – einen Fragebogen ausfüllen. Dieser wird den Familien vorgelegt, und bei erfolgreicher Vermittlung stellt die Hamburgerin ein Honorar für ihren Service in Rechnung – 250 Euro zahlen die Grannys, und 350 Euro die Familien. Die Rahmenbedingungen des Aufenthalts, wie etwa die Zahlung eines Taschengeldes, müssen die Granny Aupairs selbst aushandeln. Die meisten von ihnen sind zwischen 60 und 70 Jahre alt und alleinstehend. Michaela Hansen hat aber auch schon erlebt, dass verdutzte Ehemänner zurückblieben, während ihre Frauen eine vermeintlich „fixe Idee“ schnurstracks in die Tat umsetzten. Auch für die Kinder der Grannys ist der Rollenwechsel manchmal gewöhnungsbedürftig. Auf einmal sind es sie, die ihre Mütter zum Flughafen begleiten und für ein Abenteuer in die Welt schicken – und nicht umgekehrt. </p>
<p>Viele Gastfamilien, die die Vermittlerin über private Kontakte oder Internetforen findet, haben bisher nur Erfahrung mit jungen Au-pairs gemacht. „Sie staunen schon beim Lesen der Fragebögen, was für interessante, hoch qualifizierte Frauen zur Auswahl stehen“, sagt Hansen nicht ohne Stolz. „Und sie wundern sich nach dem Kennenlernen darüber, wie fit und weltoffen ältere Frauen in Deutschland sind. Vielleicht erleben vor allem die Südeuropäer die Großmütter in ihren Heimatländern noch ganz anders, oder sie haben generell ein anderes Bild von Frauen über 50.“</p>
<p><strong>„Ich möchte gebraucht werden.“</strong><br />
<a  href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2011/10/Embjörg_Elster.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-11419" title="Embjörg Elster"><img src="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2011/10/Embjörg_Elster-150x110.jpg" alt="Embjörg Elster" title="" width="150" height="110" class="alignright size-thumbnail wp-image-11425" /></a>„Hilfe, Oma sucht Arbeit!“ hatte die heute 61-jährige Embjörg Elster im Winter 2010 in die Suchmaschine ihres PCs eingegeben und war so auf Granny Aupair gestoßen. Die alleinerziehende Mutter einer Tochter gab 2005 mit 55 Jahren ihre Tätigkeit als leitende Flugbegleiterin auf, verkaufte die Eigentumswohnung in Erlangen und suchte eine Bleibe auf dem Land. Seit vier Jahren lebt sie im fränkischen Gößweinstein in einem idyllischen Häuschen und genießt im Sommer den üppig blühenden Garten. Da ihre Rente nur ein Drittel des früheren Einkommens ausmacht, übernimmt die 61-Jährige gelegentlich Jobs als Kellnerin. An Granny Aupair reizte sie vor allem die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen: „Ich liebe Kinder, und ich möchte gebraucht werden.“</p>
<p>Im April 2010 übernahm sie als erste Granny eine Aufgabe in einem Sozialprojekt und arbeitete in Jordanien in einem kirchlichen Integrationskindergarten für sehbehinderte Kinder. Die „Probezeit“ von vier Wochen hat sie jedoch nicht verlängert: „Es gab dort weit und breit kein Kino oder Café. Da sind die Abende manchmal ganz schön lang geworden.“ Stattdessen ging sie im Oktober 2010 für fünf Monate nach Hamburg, um dort eine alleinstehende Frau mit vier Kindern im Alter zwischen drei und zwölf Jahren zu unterstützen. Elster lebte bei freier Kost und Logis im acht Quadratmeter großen Zimmer des Sohnes. „Solche Äußerlichkeiten sind völlig unwichtig, wenn man so viel Liebe zurückbekommt“, sagt sie.</p>
<p><strong>Wenn nicht jetzt, wann dann?</strong><br />
„Wer sich wirklich einlässt, kann als Granny viel erleben“, sagt Agenturinhaberin Hansen. Oft kehrten die Frauen richtig beflügelt von ihren Aufenthalten zurück und halten bei ihr in der Agentur gleich nach neuen Angeboten Ausschau. Für die meisten Grannys ist der eigene Beruf lebenslang eine wichtige Quelle für Selbstbestätigung, Lebenserfahrungen und soziale Kontakte gewesen. Warum sollten sie als gestandene Frauen auf diese Antriebskraft, die sie an Körper und Geist beweglich hält, verzichten? Zumal ältere Frauen jetzt den Luxus ausleben können, diese Arbeit frei zu wählen und selbstbewusst mitzugestalten. „Meine Grannys haben keine Probleme mit dem Älterwerden“, sagt Hansen und wird nicht müde, in Expertenrunden zu betonen, dass „Menschen über 60 keine speziellen Seniorenprogramme brauchen. Sie wollen einfach das tun, was auch Jüngere tun, und sich voll einbringen.“</p>
<div class="topline link">
<p>
Weitere Informationen: <a  href="http://www.granny-aupair.com" target="_blank">www.granny-aupair.com</a>
</p>
</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.forum-mlp.de/2011/10/oma-sucht-arbeit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Auf dem Zenit</title>
		<link>http://www.forum-mlp.de/2011/03/auf-dem-zenit/</link>
		<comments>http://www.forum-mlp.de/2011/03/auf-dem-zenit/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 08 Mar 2011 11:06:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mcontoli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben & Lifestyle]]></category>
		<category><![CDATA[Titelthema]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.forum-mlp.de/?p=7672</guid>
		<description><![CDATA[Noch nie hatten 40-Jährige so viel Leben vor sich wie heute. Doch wie kaum eine Generation vorher stehen sie auch im Mittelpunkt gesellschaftlicher Umbrüche.  ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4 class="alternative">— Noch nie hatten 40-Jährige so viel Leben vor sich wie heute. Doch wie kaum eine Generation vorher stehen sie auch im Mittelpunkt gesellschaftlicher Umbrüche.<br />
</h4>
<p>Von <em>Martina Petersen</em></p>
<div id="attachment_7880" class="wp-caption alignnone" style="width: 630px"><a  href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2011/02/S54_Endlich40_Signum-communication_lead.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-7672" title=""><img src="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2011/02/S54_Endlich40_Signum-communication_lead.jpg" alt="" title="" width="620" height="330" class="size-full wp-image-7880" /></a><p class="wp-caption-text">Illustration: Signum communication</p></div>
<p><strong>24. Februar 2011 </strong>Die alten Griechen nannten das Alter um 40 die „Akme“, die Zeit der höchsten Reife. Der Geist galt als voll erblüht, und der Mensch stand auf dem Höhepunkt seines Lebens. Tatsächlich konzentriert sich auch heute bei den 40-Jährigen Verantwortung, Macht und Einfluss. Das Klischee von der Midlife-Crisis hat zum Glück ausgedient, was vor allem bedeutet, dass die eigene Vergänglichkeit deutlich weniger im Mittelpunkt steht als noch vor einigen Jahren. </p>
<p>Vierzig zu werden heißt heute vor allem, vor großen Chancen zu stehen. „Die heute 40-Jährigen sind aufgewachsen in einer Zeit ohne äußere Krisen“, sagt die Schweizer Psychologin Prof. Dr. Pasqualina Perrig-Chiello, die die Erforschung des mittleren Alters zu einem ihrer Schwerpunkte gemacht hat. „Die Jahrgänge, die Anfang der 70er-Jahre geboren wurden, sind gesundheitlich bestens versorgt worden und haben eine gute Bildung genossen. Wie in keiner Generation davor herrscht bei ihnen außerdem Geschlechtergerechtigkeit; Frauen haben eine den Männern vergleichbare Ausbildung absolviert. Da Bildung mit gesundem Lebensstil, Lebenszufriedenheit und Langlebigkeit korreliert, haben die heute 40-Jährigen daher die besten Karten in der Hand.“ </p>
<p><strong>Mitten im Leben </strong><br />
Während vor 100 Jahren die Lebenserwartung in Deutschland bei gerade einmal 48 Jahren lag, markiert heute der 40. Geburtstag ziemlich exakt die Lebensmitte: Ein 40-jähriger Mann hat noch durchschnittlich 38,6 Jahre vor sich, eine Frau kommt auf weitere 43,3 Lebensjahre. Verglichen mit Gleichaltrigen früherer Generationen sehen die heute 40-Jährigen nicht nur jünger aus, sie fühlen sich auch so – laut Emnid-Umfrage exakt wie 34,4. „Mit 35 ist unsere Persönlichkeit weitgehend ausgeformt“, erklärt Perrig-Chiello. „Das Selbst altert nicht. Dieses innere Lebensgefühl muss aber immer wieder in Einklang gebracht werden mit dem Körper, der sich verändert.“ </p>
<p>Und tatsächlich schleichen sich mit Anfang 40 die ersten körperlichen Alterserscheinungen ein: So verlangsamt sich etwa der Stoffwechsel. Wer jetzt nicht damit beginnt, sich bewusst zu ernähren und Ausgleichssport zu betreiben, bekommt von seinem Körper die Quittung. Bei beiden Geschlechtern beginnt zudem der Hormonspiegel zu sinken. Für Frauen bedeutet dies, sich mit der Endlichkeit ihrer Fruchtbarkeit und gegebenenfalls mit ihrem bisher unerfüllten Kinderwunsch auseinanderzusetzen. Auch bei den Männern kann die Befindlichkeit leiden. Wer dann noch unzufrieden ist mit dem Partner oder dem Beruf, der ist bereit für tief greifende Veränderungen. Flexibel genug sind die heute 40-Jährigen dafür zwar immer noch. In diesem Alter steigt jedoch der Druck, endgültige Entscheidungen treffen zu müssen. </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.forum-mlp.de/2011/03/auf-dem-zenit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>„Finanzberatung ist ein höchstpersönliches Geschäft“</title>
		<link>http://www.forum-mlp.de/2011/02/finanzberatung-ist-ein-hochstpersonliches-geschaft/</link>
		<comments>http://www.forum-mlp.de/2011/02/finanzberatung-ist-ein-hochstpersonliches-geschaft/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 25 Feb 2011 13:05:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mcontoli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Home]]></category>
		<category><![CDATA[MLP Direkt]]></category>
		<category><![CDATA[Titelthema]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.forum-mlp.de/?p=7660</guid>
		<description><![CDATA[MLP ist 40 - was bringt die Zukunft? Gründer Manfred Lautenschläger und MLP-Chef Uwe Schroeder-Wildberg im Interview.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4 class="alternative"> — Was bringt die Zukunft? Unternehmensgründer Manfred Lautenschläger und MLP-Chef Uwe Schroeder-Wildberg über die wilden ersten Jahre, die Überwindung der Pubertät und die Herausforderungen in der Finanzberatung.</h4>
<p>Interview: <em>Melanie Contoli und Stefan Wimmer</em></p>
<div id="attachment_7866" class="wp-caption alignnone" style="width: 630px"><a  href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2011/02/S42_Interview_Sabine-Kress_GettyImages_Signum-communication_lead.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-7660" title=""><img src="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2011/02/S42_Interview_Sabine-Kress_GettyImages_Signum-communication_lead.jpg" alt="" title="" width="620" height="330" class="size-full wp-image-7866" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Sabine Kress/Getty Imges/Signum communication</p></div>
<p><strong>25. Februar 2011 </strong><strong>Herr Lautenschläger, hätten Sie im Jahr 1971 bei der Gründung von MLP gedacht, dass Ihre Idee vierzig Jahre trägt?<br />
</strong><em>Manfred  Lautenschläger:</em> Natürlich nicht. Für mich war die Gründung des Unternehmens ein Abenteuer. Aber mein Partner Eicke Marschollek und ich waren von der Idee einer unabhängigen Finanzberatung für Akademiker überzeugt – und sind damit in eine Marktlücke gestoßen. Es hat uns von Beginn an Spaß gemacht, Menschen zu beraten. Dass aus unserer Zweimannfirma ein börsennotiertes Unternehmen werden würde, hätte ich aber nie gedacht. </p>
<p><strong>Wie kann man sich die Anfänge vorstellen?</strong><br />
<em>Lautenschläger:</em> Damals war die Kontaktaufnahme zu Kunden wahnsinnig schwierig, es gab keine E-Mails, und in unserer ersten Zielgruppe – Juristen im Referendariat – hatten nur wenige überhaupt ein eigenes Telefon. Deshalb kündigten wir in einem Brief unseren Besuch an und fuhren mit meinem Käfer, einem hergerichteten Unfallwagen, einfach los. Ohne den Käfer wäre unser Geschäft also damals undenkbar gewesen. </p>
<p><em>Uwe Schroeder-Wildberg: </em>Mein erstes Auto war übrigens auch ein Käfer, den hatte ich für 200 Mark gekauft. Er symbolisiert für mich Beständigkeit und Zuverlässigkeit – ein tolles Gefährt.</p>
<p><strong>Stichwort Beständigkeit: MLP hat wie kaum ein anderes Unternehmen die Geschichte der Finanzberatung in Deutschland geprägt. Wie erklären Sie sich den Erfolg?<br />
</strong><em>Schroeder-Wildberg:</em> Die Erfolgsfaktoren von MLP sind heute noch die gleichen wie damals: klare Fokussierung auf eine Zielgruppe, die Unabhängigkeit von Produktpartnern und eine hohe Qualität in der Beratung. Meist haben unsere Berater dasselbe Fach studiert wie die Kunden. Daraus resultiert ein hohes Verständnis für deren Wünsche und Bedürfnisse. MLP ging es zudem nie darum, wie Banken ein „Produkt der Woche“ zu verkaufen, sondern immer darum, den Bedarf der Kunden zu analysieren und individuelle Lösungen zu entwickeln.  </p>
<p><em>Lautenschläger:</em> Finanzberatung ist ein höchstpersönliches Geschäft. Deshalb spielt auch die Persönlichkeit unserer Berater eine entscheidende Rolle. Sie müssen über den Tellerrand blicken und mit ihren Kunden auf Augenhöhe sprechen können. Nur dann akzeptiert ein Kunde auch kritische Aussagen, etwa zur bisherigen Vorsorgeplanung. Zum Erfolg trägt aber sicherlich auch unser langfristiger Ansatz bei. MLP betreut Kunden vom Studium bis ins Rentenalter. Das mag sich einfach anhören, gelebt wird diese Beratungsphilosophie aber nur bei MLP. Nach uns kamen in den vergangenen Jahrzehnten viele mit verdammt ähnlichen Geschäftsmodellen. Die meisten spielen keine Rolle mehr oder sind verschwunden. </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.forum-mlp.de/2011/02/finanzberatung-ist-ein-hochstpersonliches-geschaft/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Heilwachsen oder gesundschrumpfen?</title>
		<link>http://www.forum-mlp.de/2010/10/heilwachsen-oder-gesundschrumpfen/</link>
		<comments>http://www.forum-mlp.de/2010/10/heilwachsen-oder-gesundschrumpfen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 18 Oct 2010 13:27:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>swimmer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Titelthema]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.forum-mlp.de/?p=5017</guid>
		<description><![CDATA[Burkhard Schwenker und Meinhard Miegel diskutieren über die Chancen und Grenzen der Wachstumspolitik.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4 class="alternative">— Können wir nur durch Wachstum unseren Wohlstand sichern? Oder müssen wir künftig neue Quellen für ein besseres Leben erschließen? Roland-Berger-Aufsichtsratschef Burkhard Schwenker und der Sozialwissenschaftler Meinhard Miegel diskutieren über die Chancen und Grenzen der Wachstumspolitik.</h4>
<p>Interview: <em>Stefan Wimmer</em></p>
<div id="attachment_5408" class="wp-caption alignnone" style="width: 630px"><a  href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2010/10/heilwachsen_miegel_lead.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-5017" title=""><img src="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2010/10/heilwachsen_miegel_lead.jpg" alt="" title="" width="620" height="330" class="size-full wp-image-5408" /></a><p class="wp-caption-text">Fotografie: Denkwerk Zukunft</p></div>
<p><em>18. Oktober 2010</em> <strong>Herr Miegel, Herr Schwenker, wir haben schon viele Hilfsmaßnahmen für die Konjunktur gesehen: Wachstumsbeschleunigungsgesetz, Konjunkturpakete, Abwrackprämie – wächst unsere Wirtschaft nur noch auf Kredit?</strong><br />
<em>Miegel:</em> Nicht nur. Aber doch zu einem erheblichen Teil. Ohne die immense Verschuldung der öffentlichen Hände wären die Wachstumsraten seit den 70er-Jahren in den meisten früh industrialisierten Ländern deutlich niedriger gewesen. Mittlerweile hat sich diese Strategie allerdings erschöpft. Jetzt hemmen die hohen Schulden vorhandene Wachstumspotenziale.</p>
<p><a  href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2010/10/heilwachsen_schwenker_small.jpg" title="Fotografie: Roland Berger Strategy Consultants Holding GmbH" class="thickbox no_icon" rel="gallery-5017"><img src="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2010/10/heilwachsen_schwenker_small-150x79.jpg" alt="" title="Burkhard Schwenker" width="150" height="79" class="alignleft size-thumbnail wp-image-5411" /></a><em>Schwenker:</em> Das sehe ich lange nicht so negativ wie Sie, Herr Miegel. All die genannten Maßnahmen waren und sind notwendig, um die Wirtschaft zu stützen und die Konjunktur wieder anzukurbeln. Die Regierung hat mit ihren Konjunkturprogrammen die richtigen Signale gesetzt. Die Frage ist eher, wann sich der Staat wieder zurückzieht. Wenn das zu früh passiert, könnte es die Wirtschaft erneut zurückwerfen. Aber abgesehen davon hat die deutsche Wirtschaft in den vergangenen Monaten bewiesen, dass sie im Kern gesund ist. Insofern mache ich mir keine großen Sorgen. </p>
<p><strong>Die macht sich das Prognos-Institut. Es prognostiziert für die deutsche Konjunktur in den kommenden 25 Jahren ein Wachstum von höchstens einem Prozent. Eine Fehlprognose?</strong><br />
<em>Schwenker:</em> Eine Prognose auf 25 Jahre halte ich von vornherein für unmöglich. Schon fünf Jahre sind eine lange Zeit – wer hätte 2003 vorhergesehen,  dass wir	2008 / 09	eine	Wirtschaftskrise bekommen? Die Krise hat gezeigt, dass sogar noch kürzere Zeiträume kaum vorhersagbar sind: Der IWF hat im Oktober 2008 drei Prozent Wachstum für 2009 prognostiziert. Im Januar 2009 hat er sich dann auf minus 0,5 Prozent korrigiert, um dann im April bei minus 1,1 Prozent zu landen. Das ist eine Spreizung von vier Prozentpunkten innerhalb weniger Monate. Trotzdem ist natürlich klar, dass Faktoren wie die Demografie, aber auch Trends wie der Klimawandel mittel- und langfristig eine Bedrohung des Wirtschaftswachstums darstellen. Hier ist konsequentes Gegensteuern nötig.</p>
<p><em>Miegel:</em> Das sind doch längst nicht die einzigen Faktoren, die das Wachstum dämpfen. Neben der demografischen Entwicklung, die vom Prognos-Institut in den Vordergrund gestellt wird, und der Umweltbelastung haben wir es ja auch mit dem immensen Ressourcenverbrauch oder dem Verschleiß der Gesellschaft zu tun. Ich halte die Prognose von einem Prozent Wachstum sogar für eher optimistisch. </p>
<p><strong>Muss die Politik nicht Innovationen fördern, die weiteres Wachstum ermöglichen?</strong><br />
<em>Schwenker:</em> Das ist absolut richtig, denn Innovation treibt nicht nur das Wachstum einzelner Unternehmen, sondern der gesamten Wirtschaft an. Trotzdem wird diese Erkenntnis leider oft nicht genug berücksichtigt. Zum Beispiel haben die deutschen Unternehmen ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht, aber die Politik unterstützt sie dabei wenig: Nur 4,5 Prozent der Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen deutscher Firmen finanziert der Staat – in den USA sind es fast zehn Prozent!</p>
<p><em>Miegel:</em> Es geht doch nicht um Wachstum, sondern um Wohlstand. An dessen Erhalt kann und soll die Politik mitwirken, gegebenenfalls auch durch die Förderung von Innovationen. Aber Wohlstand und Wachstum sind keine siamesischen Zwillinge. Dazu sind sie erst mit dem Erblühen des Industriezeitalters gemacht worden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.forum-mlp.de/2010/10/heilwachsen-oder-gesundschrumpfen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>In Riesenschritten Richtung Wohlstand</title>
		<link>http://www.forum-mlp.de/2010/10/in-riesenschritten-richtung-wohlstand/</link>
		<comments>http://www.forum-mlp.de/2010/10/in-riesenschritten-richtung-wohlstand/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 18 Oct 2010 13:26:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>swimmer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geld & Geldwert]]></category>
		<category><![CDATA[Geldanlage]]></category>
		<category><![CDATA[Home]]></category>
		<category><![CDATA[Titelthema]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.forum-mlp.de/?p=5025</guid>
		<description><![CDATA[Asien und Lateinamerika wachsen stärker als die Industrienationen. Was das für die Strategien von Langfrist-Investoren bedeutet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4 class="alternative">— Auch in den kommenden Jahrzehnten werden die Erfolgswirtschaften Asiens und Lateinamerikas stark wachsen. Deutschland und der Rest der Alten Welt können da nicht mithalten. Doch dieser Trend dürfte Langfrist-Investoren mehr Chancen als Risiken bieten – falls denn die Strategie stimmt.</h4>
<p>von <em>Peter Küster</em></p>
<div id="attachment_5345" class="wp-caption alignnone" style="width: 630px"><a  href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2010/10/riesenschritten_lead.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-5025" title=""><img src="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2010/10/riesenschritten_lead.jpg" alt="" title="" width="620" height="330" class="size-full wp-image-5345" /></a><p class="wp-caption-text">Feri-Finance-Vorstand Heinz-Werner Rapp, Fotografie: MLP AG</p></div>
<p><strong>18. Oktober 2010</strong> Bei den deutschen Autoherstellern BMW, Daimler und AUDI laufen die Geschäfte seit Längerem wieder rund. Die Werkferien wurden verkürzt, die Wochenarbeitszeit verlängert, die Gewinnerwartungen für dieses Jahr heraufgesetzt. Schuld daran sind einmal mehr die Schwellenländer, allen voran China. Dort steigt der Absatz teurer Luxuskarossen auf ein Niveau, das bis vor Kurzem als nahezu unvorstellbar galt. Fast sieht es so aus, als hätte es die Finanzmarktkrise und die anschließende Rezession, die der Bundesrepublik mit minus fünf Prozent den größten Wirtschaftseinbruch seit dem Zweiten Weltkrieg brachte, nie gegeben.</p>
<p><a  href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2010/10/riesenschritten_wohlstand_chart_S2.gif" title="Quelle: IWF" class="thickbox no_icon" rel="gallery-5025"><img src="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2010/10/riesenschritten_wohlstand_chart_S2-66x150.gif" alt="" title="" width="66" height="150" class="alignleft size-thumbnail wp-image-5335" /></a>Doch der Schein trügt. Die weltweit ökonomisch dominierenden Staaten und Regionen verlassen das Tal der Tränen mit höchst unterschiedlicher Geschwindigkeit. Hier die etablierten Industrienationen wie die großen Eurostaaten, die USA und Japan, die nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) in diesem und im nächsten Jahr mit vergleichsweise bescheidenen Wachstumsraten aufwarten können. Dort die Schwellenländer, deren Volkswirtschaften sowohl im laufenden als auch im kommenden Jahr mit jeweils knapp zehn Prozent zulegen dürften.</p>
<p>Auch wenn die halbwegs verlässlichen IWF-Prognosen nur bis ins kommende Jahr reichen, so dürfte sich längerfristig an den deutlichen Wachstumsunterschieden zwischen den Ländern der Alten und der Neuen Welt nichts ändern. Möglicherweise werden sie sogar noch größer als bislang. So sagt das Forschungsinstitut Prognos in seinem aktuellen „Deutschlandreport“ für unser Land große Herausforderungen voraus. Der deutschen Wirtschaft drohe in den kommenden 25 Jahren eine Durststrecke. Bis zum Jahr 2035 werde das Bruttoinlandsprodukt im Schnitt nur noch um 1,0 Prozent jährlich wachsen. </p>
<p>Die von Prognos vorhergesagten 1,0 Prozent Wachstum sind nach Meinung zahlreicher Ökonomen sogar noch zu hoch gegriffen. Nach ihrer Meinung lässt sich selbst diese Minirate nur schaffen, falls die Lebensarbeitszeit deutlich verlängert wird und gleichzeitig der Anteil berufstätiger Frauen stark steigt. Zu den entscheidenden Ursachen des flauen Wachstums in Deutschland zählt nämlich auch die anhaltend ungünstige demografische Entwicklung, also mangelnder Nachwuchs und zunehmendes Alter. Zum Vergleich: In den 70er- und 80er- Jahren betrug das jährliche Wachstumsplus in Deutschland im Schnitt noch mehr als 2,5 Prozent. Davon können die heutigen Generationen nur träumen. Das angesehene „Centre for European Policy Studies“ (CEPS) geht sogar davon aus, dass Deutschland als momentan größte Volkswirtschaft in Europa bis zum Jahr 2040 hinter Polen zurückfallen werde – unter anderem wegen fehlender Investitionen in die Bildung.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.forum-mlp.de/2010/10/in-riesenschritten-richtung-wohlstand/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Feuerschutzmaßnahmen</title>
		<link>http://www.forum-mlp.de/2010/10/feuerschutzmasnahmen/</link>
		<comments>http://www.forum-mlp.de/2010/10/feuerschutzmasnahmen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 18 Oct 2010 13:06:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>swimmer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Titelthema]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.forum-mlp.de/?p=5191</guid>
		<description><![CDATA[Die Hilfsorganisation Oxfam unterstützt Frauen in der Demokratischen Republik Kongo beim Bau von Energiesparherden. Eigentlich, damit sie in einem Krisengebiet weniger Holz sammeln müssen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4 class="alternative">— Die Hilfsorganisation Oxfam unterstützt Frauen in der Demokratischen Republik Kongo beim Bau von Energiesparherden. Eigentlich, damit sie in einem Krisengebiet weniger Holz sammeln müssen. Aber gleichzeitig entsteht so eine nachhaltige Forstwirtschaft, mit durchaus globalen Auswirkungen.</h4>
<p>von <em>Stefan Wimmer</em></p>
<div id="attachment_5281" class="wp-caption alignnone" style="width: 630px"><a  href="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2010/10/oxfam_lead.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-5191" title=""><img src="http://www.forum-mlp.de/wp-content/uploads/2010/10/oxfam_lead.jpg" alt="" title="" width="620" height="330" class="size-full wp-image-5281" /></a><p class="wp-caption-text">Fotografie: Reinhild Schumacher/Oxfam Deutschland</p></div>
<p><strong>18. Oktober 2010</strong> Um die Route auf das Minembwe-Hochplateau als Weg zu bezeichnen, muss man viel Fantasie aufbringen. Der Landrover hüpft durchs Gelände, die Insassen werden durcheinandergeschüttelt wie in einer Waschmaschine. Köpfe stoßen an die Decke, Ellbogen an Oberschenkel. Nur selten halten alle vier Räder Bodenkontakt. Dann wieder muss die Hacke ausgepackt werden, um Platz für den Wagen zu schaffen, der Klappspaten, um die Räder freizuschaufeln. Etliche Buddel-, Schiebe- und Schüttelstunden später ist das Hochplateau erreicht. Ein Niemandsland, drei stramme Tagesmärsche vom nächsten Markt, vom nächsten Krankenhaus und der nächsten Steckdose entfernt.</p>
<p>Reinhild Schumacher arbeitet als Projektreferentin für Oxfam Deutschland, eine Nichtregierungsorganisation, die sich für eine gerechtere Welt ohne Armut einsetzt und in Armut lebenden Menschen hilft. Sie reist immer wieder in dieses abgelegene Gebiet im Osten des Kongos. Aber so weit entfernt es, von Deutschland aus betrachtet, liegen mag, das Leben dort hat Auswirkungen, die auch bei uns zu spüren sind. Reinhild Schumacher unterstützt die Menschen beim Aufbau einer nachhaltigen Ressourcennutzung. Eine, die nicht nur ihre eigenen Lebensbedingungen verbessert, sondern die auch über Wachstum der Forstwirtschaft zum Kampf gegen den Klimawandel beitragen kann.</p>
<p>Sanfte Hügelkuppen bestimmen das Bild durch die Windschutzscheibe, Felder, vereinzelte Bäume. Frauen mit Holzbündeln auf dem Kopf ziehen vorbei, ein afrikanisches Arkadien – und doch verbirgt sich hinter der Idylle eine der größten Leidensgeschichten der Neuzeit. Auf dem Hochplateau leben die Banyamulenge, ein Tutsi-Volk, das schon lange im Kongo heimisch ist und Wurzeln in Ruanda, Uganda hat. In den Kongo-Provinzen Nord- und Süd-Kivu herrschen seit rund 15 Jahren bewaffnete Konflikte. Die Banyamulenge, die von vielen Kongolesen immer noch als Zuwanderer betrachtet werden, sitzen dabei zwischen allen Stühlen. Immer wieder kommt es zu Gemetzeln, Massenvergewaltigungen, wahllosen Hinrichtungen, Rekrutierungen von Kindersoldaten. Anfang 2008 wurde zwar ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet, aber trotzdem herrschen in den Kivu-Provinzen auch heute noch bürgerkriegsartige Zustände.</p>
<p>In einem solchen Gebiet werden schon die alltäglichen Dinge gefährlich. Zum Beispiel Kochen. Holz gibt es nur in den Wäldern, die wegen fortgesetzter Rodung immer weiter von den Siedlungen entfernt liegen. Fernab ihrer Dörfer sammeln die Frauen mit ihren Kindern stundenlang Feuerholz und sind dabei immer wieder Angriffen ausgesetzt; häufig kommt es zu Vergewaltigungen. Doch die Frauen müssen beinahe täglich wieder in den Wald.</p>
<p>Einige wandten sich an Gudile Nasine. Sie ist die Frauenbeauftragte von UGEAFI, einer kongolesischen Partnerorganisation von Oxfam Deutschland. Die Frauen hatten von holzsparenden Öfen gehört. Im Süd-Kivu wird mit Drei-Stein-Herden gekocht, das heißt: Innerhalb der Hütte entzünden die Frauen ein Feuer und stellen einen Topf auf drei Steine. Wer einmal am Lagerfeuer gesessen hat, kann sich vorstellen, wie das Raumklima ist. Die Luft ist immer geschwängert von beißendem Rauch, der die Gesundheit der Familien beeinträchtigt. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass an dieser Belastung der Raumluft mehr Menschen sterben als an Malaria.</p>
<p>Oxfam unterstützt die Banyamulenge-Frauen nun beim Bau von Energiesparherden. Man darf sich diese freilich nicht wie einen solarzellenbetriebenen Elektroherd vorstellen. Die Feuerstellen sind mit Ziegeln gemauert, die vor Ort aus Lehm und Stroh hergestellt werden, haben eine Lehmhülle und sind innen mit Schamottsteinen ausgekleidet. Auf die zwei oberen Löcher werden passende Töpfe gestellt. Der Herd verbraucht lediglich ein Viertel des Holzes einer traditionellen Feuerstelle. Das bedeutet für die Frauen und Kinder, sie müssen seltener in die Wälder, haben mehr Zeit für die Feldarbeit und für den Schulunterricht. Effizienter kochen heißt auch mehr Bildung und mehr Nahrungsmittel – also höherer Wohlstand. Die Kochzeit verkürzt sich durch die neuen Herde deutlich, die Frauen können mehrere Speisen gleichzeitig zubereiten. Und dem Familienfrieden ist der neue Herd auch zuträglich: Die Männer sagen, das Essen schmecke viel besser.</p>
<p>Und dadurch, dass weniger Holz mit höheren Temperaturen verbrennt, bessert sich das Raumklima deutlich. Die Herde erzeugen weniger Kohlendioxid (CO2). „Natürlich hat keine der Frauen an CO2 gedacht“, sagt Reinhild Schumacher. Das tun aber Oxfam und UGEAFI. Wer einen Herd bekommt, muss 100 Bäume pflanzen. 200.000 Setzlinge wurden bereits in die Erde gebracht. Nicht zuletzt, um in Zukunft die weiten Wege in den Wald zu sparen. Aber auch weil diese CO2 binden.</p>
<p>Kochen mit Holz ist nach Schätzungen für bis zu 14 Prozent der weltweiten CO2-Produktion verantwortlich. Kein Wunder also, dass sich mittlerweile neben Entwicklungsorganisationen auch Hausgerätehersteller damit beschäftigen, neue Herde für Entwicklungsländer zu bauen, und daraus Geschäftsmodelle entwickeln. Die globale Dimension sieht man nicht zuletzt daran, dass manche Projekte, die Energiesparherde einführen, Teil des weltweiten Handels mit Emissionszertifikaten sind. Es gibt Solarmodelle oder solche, die mit Pflanzöl, Gas oder Kerosin befeuert werden. Andere nutzen Holz effektiver, wie das Modell von Oxfam. Der Vorteil ist, dass diese Herde auch in die Lebenssituation der Menschen passen. „Die Frauen sind von sich aus gekommen, um eine Lösung zu finden, das ist wichtig, denn so wird das Engagement auch akzeptiert“, sagt Reinhild Schumacher. Und sie erzählt von teuren Röntgengeräten, die hinter Kliniken verrotten, weil keiner sie bedienen oder warten kann. „Wenn an diesem Herd etwas kaputtgeht, dann kann das auch mit eigenen Mitteln repariert werden“, sagt Schumacher. Zudem kommt es immer wieder vor, dass die Menschen ihre Dörfer verlassen müssen, um vor Angriffen zu fliehen. Manchmal nur für Stunden, manchmal tage- oder wochenlang. Rund 45 Euro kosten die Herde. Finanziert werden sie über private Spenden, die Erträge der Oxfam-Shops oder den Geschenkeshop „OxfamUnverpackt“ (siehe Kasten).</p>
<p>Doch nachhaltige Entwicklung bedeutet nicht nur, dass die Herde für ein besseres Klima sorgen und dass damit die Wiederaufforstung begünstigt wird. Mittlerweile sind die Feuerstellen so erfolgreich – 1.400 wurden bereits gebaut –, dass die Menschen aus dem Hochland ein kleines Gewerbe damit aufbauen. Bislang hatten externe Handwerker dabei geholfen, die Kochstätten zu bauen. Doch ein neues Projekt fördert die Bevölkerung auf dem Hochplateau dabei, die Herde künftig selbst herzustellen und zu vermarkten. Ein wichtiger Einschnitt in der Wirtschaftsgeschichte der Dörfer. Bislang leben sie von der Viehzucht und nehmen am wirtschaftlichen Leben nur teil, wenn sie Rinder verkaufen. Mit einem einfachen Herd ändert sich das nun. Die Herdbauer verbreiten die energiesparende Technologie, sie verdienen daran und sorgen schließlich dafür, dass andere besser leben.</p>
<p class="topline link">
Energiesparherde kann man auch verschenken. Näheres unter <a  target="_blank" href="http://www.oxfamunverpackt.de">OxfamUnverpackt</a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.forum-mlp.de/2010/10/feuerschutzmasnahmen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

