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Demografie

Patchworkfamilien: So sieht die optimale Vorsorge aus 

— Patchworkfamilien sind schon eine Herausforderung an sich. Doch wie ist es eigentlich um die Vorsorge bestellt? Auf welche Punkte zu achten ist.

Foto: Fotolia

30. November 2011. Boris Becker und sein Clan sind wohl die bekannteste Patchworkfamilie Deutschlands. Und selbst im Schloss Bellevue lebt mit Bundespräsident Christian Wulff und seiner Ehefrau Bettina eine zusammengewürfelte Familie. Vater, Mutter, gemeinsames Kind – diese traditionelle Familienstruktur entspricht längst nicht mehr der Norm. Patchworkfamilien sind auf dem Vormarsch.

Gründe für die Zunahme der Flickwerk-Gemeinschaften gibt es viele. Zum einen wird hierzulande mittlerweile rund jede dritte Ehe geschieden. Gleichzeitig sind die Auswirkungen des demografischen Wandels spürbar: Die Gesellschaft wird immer älter; die Lebenserwartung steigt kontinuierlich. Von hundert Männern, die heute 45 Jahre alt sind, erreichen immerhin mindestens 65 ihr 85. Lebensjahr. Und wer länger lebt, hat natürlich auch länger Zeit, Familien zu gründen.

Finanzielle Verpflichtungen klären
Jede siebte Familie, so die Schätzungen, lebt heute als Patchworkfamilie zusammen. Genaue Statistiken gibt es nicht, moderne Patchworkfamilien sind so vielfältig wie die Flickenteppiche, nach denen sie benannt sind. Und das bringt ebenso vielfältige Herausforderungen mit sich – nicht nur im zwischenmenschlichen Bereich, sondern auch für die individuelle Finanzplanung und Familienvorsorge. „Anders als in vielen klassischen Familien sind es die Elternteile nach einer Trennung in der Regel gewohnt, ihre Finanzen vorübergehend alleine zu regeln.“, sagt Miriam Michelsen, Leiterin Produktmanagement Vorsorge bei MLP. Dennoch sollten Patchworkfamilien-Oberhäupter frühzeitig vor allem zwei Punkte für eine optimale Absicherung ansprechen: erstens die finanziellen Verpflichtungen gegenüber Partnern oder Kindern aus früheren Beziehungen und zweitens die Frage, ob gewisse Vorsorge-, Versicherungs- und Geldanlageentscheidungen künftig gemeinsam getroffen werden sollten.

„Zu klären ist dann beispielsweise, welche Absicherung bereits besteht, ob die Rahmenbedingungen der Absicherung zur neuen Lebenssituation passen und welche Personen in bestehenden Verträgen als Begünstigte eingetragen sind“, betont Michelsen. Beratungsbedarf gibt es auch in Sachen Vollmachten und Erbschaft, denn das gesetzliche Erbrecht ist gerade bei unkonventionellen Familienmodellen häufig sehr kompliziert und birgt viel Konfliktpotenzial.

Unbedingt den Todesfall absichern
Eine der größten Herausforderungen: Wie lassen sich im Todesfall eines Elternteils alle Sprösslinge – also leibliche Kinder, Stiefkinder und nicht adoptierte Kinder des Partners – optimal absichern? Denn häufig sind Patchwork-Familien Großfamilien mit drei, vier oder mehr Kindern. Das macht eine finanzielle Absicherung für den Fall, dass dem Hauptverdiener etwas zustößt, noch wichtiger. Vor allem, wenn die Kinder noch klein sind und zudem noch Schulden für Eigentumswohnung oder Haus abzutragen sind. „Ohne ausreichende Absicherung steht die Familie beim Tod eines Partners schnell vor existenziellen finanziellen Problemen“, warnt die Vorsorgeexpertin.

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