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Geld & Geldwert

Wechsel in die Private soll einfacher werden 

— Versicherte sollen künftig wieder leichter von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln können. Wer die Chancen direkt nutzt, profitiert doppelt.

(Stand: September 2010)

Fotografie: Fotolia

Die Regierung setzt ihre Ankündigung aus dem Koalitionsvertrag um: Laut eines Ende August vorgelegten Gesetzesentwurfs soll die geltende Wartefrist für einen Wechsel in die private Versicherung entfallen. „Für gesetzlich Versicherte bietet die Neuregelung interessante Möglichkeiten“, sagt Clemens Keller, Leiter Krankenversicherung bei MLP.

Doppelt profitieren
Bislang mussten Angestellte die so genannte Jahresarbeitsverdienstgrenze von künftig voraussichtlich 49.500 Euro brutto im Jahr drei Mal in Folge überschreiten, um in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln zu können. Ab 1. Januar 2011 soll ein Wechsel in die PKV bereits nach einmaligem Überschreiten möglich sein. Wer beispielsweise im Dezember 2010 die Verdienstgrenze erstmals überschreitet, kann sich schon Anfang 2011 privat versichern.

Entscheidend für die Berechnung ist das letzte Bruttomonatsgehalt, das auf ein fiktives Jahreseinkommen hochgerechnet wird. Dazu ein Beispiel: Ein Angestellter mit 13 Gehältern verdient von Januar bis November 2010 jeweils 3.700 Euro. Ab Dezember erhält er eine Gehaltserhöhung auf 3.850 Euro. Dieses Gehalt, hochgerechnet auf ein Jahr, ergibt das Einkommen 50.050 Euro – damit kann er zum 1. Januar 2011 in die PKV wechseln.

Von einem zügigen Wechsel profitieren Versicherte gleich doppelt: Zum einen richtet sich die individuell kalkulierte PKV-Prämie nach dem Eintrittsalter: Je jünger der Kunde ist, desto günstiger gestaltet sich der Beitrag. Zum anderen erhalten privat Versicherte ein auf ihren persönlichen Bedarf hin zugeschnittenes Leistungsspektrum, das dauerhaft garantiert ist. Durch den Wechsel in die Private können Versicherte zudem in vielen Fällen bares Geld sparen (siehe Grafik) – zumal der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung im kommenden Jahr von 14,9 auf 15,5 Prozent steigen soll.

Kluge Strategie zum Wechsel
Auch wer die Zugangsvoraussetzungen für die PKV noch nicht erfüllt, kann seinen Wechsel schon heute gezielt vorbereiten. „Für die Übergangsphase empfehlen wir den Abschluss eines Optionstarifs“, rät Keller. Über einen solchen Tarif, der auch private Zusatzversicherungen beinhaltet, erhalten gesetzlich Versicherte eine Aufnahmegarantie in die PKV. Vorteil: Wenn sie später die Einkommenskriterien für einen Wechsel erfüllen, müssen sie keine erneute Gesundheitsprüfung ablegen.

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