Keine Angst vor Riester, Rürup & Co.
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(Stand: August 2010)
Der Schreibtisch ist bedeckt mit Arbeit, ein Termin jagt den nächsten und der Chef reicht den Druck ohne Rücksicht von oben nach unten weiter. Für viele Arbeitnehmer ist das der ganz normale Wahnsinn im Joballtag. Immer mehr Menschen machen diese Bedingungen aber auch dauerhaft krank, wie eine aktuelle Erhebung des Statistischen Bundesamts belegt. Danach sind der Behandlungsbedarf und die Kosten bei psychischen Krankheiten wie etwa Depressionen zwischen 2002 und 2008 um mehr als fünf Milliarden Euro gestiegen – so viel, wie in keinem anderen Bereich. Burn-Out, Depressionen & Co. nehmen vor allem deshalb zu, weil der Arbeitsalltag immer schneller wird und höhere Anforderungen stellt – bis an die Belastungsgrenze. Deshalb sind zunehmend auch jüngere Arbeitnehmer von Berufsunfähigkeit betroffen.
Gesetzliche Leistungen gering
Vor allem die Jüngeren haben im Ernstfall stark mit den finanziellen Folgen des Verdienstausfalls zu kämpfen. Eine Berufsunfähigkeitsrente vom Staat erhalten nur noch vor 1961 Geborene. Wer jünger ist und seinen Beruf krankheitsbedingt aufgeben muss, kann nur mit einer so genannten Erwerbsminderungsrente rechnen, falls er gar nicht mehr oder nur noch wenige Stunden am Tag einsatzbereit ist. Diese Leistungen sind aber ohnehin zu niedrig, um bei mehrjähriger Erkrankung – und vor allem langfristig – den gewohnten Lebensstandard beibehalten zu können.
Ergänzende Vorsorge erforderlich
Rund eine Million Euro Einkommenseinbuße hat ein durchschnittlich verdienender Arbeitnehmer bis zur Rente zu verkraften, wenn er zum Beispiel im Alter von 35 krankheitsbedingt den Beruf quittieren muss; wer gut verdient, muss mit einem Vielfachen dessen rechnen. Eigene Vorsorge ist also existenziell wichtig, um im Ernstfall finanziell unabhängig zu bleiben. Dennoch zögern viele junge Berufstätige: Manchen ist der dringende Handlungsbedarf nicht bewusst, andere scheuen die zusätzlichen Ausgaben für eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Die aber lassen sich gezielt steuern. „Versicherte können ihre Nettobelastung deutlich senken, indem sie die Möglichkeiten einer steuerlichen Förderung gezielt nutzen“, sagt Miriam Michelsen, Leiterin Vorsorge bei MLP. Voraussetzung dafür ist die Verbindung der BU-Versicherung mit einer Basis-Rente, einem staatlich geförderten Altervorsorgeprodukt.
Die steuerliche Förderung funktioniert dabei folgendermaßen: Insgesamt können Alleinstehende bis zu 20.000 Euro, gemeinsam veranlagte Ehepaare bis zu 40.000 Euro jährlich in einer Basis-Rente anlegen. Davon dürfen bis zu 50 Prozent auf eine BU-Zusatzversicherung entfallen. Von den insgesamt eingezahlten Beiträgen können Sparer in diesem Jahr 70 Prozent bei ihrem Finanzamt steuermindernd geltend machen; bis zum Jahr 2025 steigt der Anteil schrittweise auf 100 Prozent. Erst spätere Rentenzahlungen müssen sie versteuern, in den meisten Fällen zu niedrigeren persönlichen Steuersätzen. Im Endeffekt reduziert sich der Beitrag für den Berufsunfähigkeitsschutz deutlich.
Flexibel vorsorgen
Häufige Kritik der Verbindung aus BU und Basisrente: Die Flexibilität des Versicherten sei eingeschränkt. Insbesondere bei finanziellen Engpässen, etwa bei Arbeitslosigkeit, verliere der Versicherte den BU-Schutz, wenn er die Beiträge für die Basisrente nicht mehr aufbringen könne. Kritiker übersehen dabei, dass zahlreiche Versicherer bereits seit Jahren die so genannte Wechseloption anbieten (siehe Grafik).
Diese Option ermöglicht dem Versicherten unkompliziert von einer gekoppelten in eine selbstständige BU-Versicherung zu wechseln – ohne erneute Gesundheitsprüfung. Diese Möglichkeit bietet sich nicht nur, wenn der Versicherte die Basisrente aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten beitragsfrei stellen möchte, sondern auch, wenn er ins Ausland umziehen will oder wenn er die steuerlichen Fördergrenzen ausgeschöpft hat. „Dank der Wechseloption können Versicherte Förderung und Flexibilität bestens miteinander verbinden“, erklärt Miriam Michelsen.
Weitere Informationen:
Warum man seinen BU-Schutz mit einer Basisrente verbinden sollte: MLP-Vorsorgeexpertin Miriam Michelsen in der WELT
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