Gut gedacht, schlecht gemacht
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(Stand: August 2010)
Das Vertrauen der Deutschen in die private Altersvorsorge und die Bereitschaft, in sie zu investieren, wachsen beständig. Das ist eine Kernerkenntnis der aktuellen Studie „Deutschland-Trend-Vorsorge“ des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Mehr als ein Drittel der Erwerbstätigen nutzen die Riester-Rente zur Aufbesserung ihrer Altersrente. Das zeigt: Die Riester-Rente hat sich neben der betrieblichen Altersversorgung und anderen attraktiven Sparformen zu einem zentralen und nachhaltigen Baustein der ergänzenden Altersvorsorge entwickelt.
Die Beliebtheit dieser im Jahr 2002 vom damaligen Arbeits- und Sozialminister Walter Riester eingeführten Vorsorgeform kommt nicht von ungefähr. Miriam Michelsen, Bereichsleiterin Vorsorge bei MLP, erklärt das Geheimnis des Erfolges: „Riestern lohnt sich für jeden, der vom Staat gefördert wird. So führt die Kombination aus Zulagen, Steuervorteilen und Anlagemöglichkeiten zu attraktiven Renditen und zu einer sicheren privaten Altersversorgung.“ Die Riester-Förderung beanspruchen können grundsätzlich Arbeitnehmer, Beamte sowie rentenversicherungspflichtige Selbstständige.
Obwohl bereits etliche Deutsche riestern, stellt unter anderem das DIA in seinen Studien zur Altersvorsorge nach wie vor einen großen Informationsbedarf fest. Fast zwei Drittel der Befragten geben aktuell an, zu wenig über die Möglichkeiten der Riester-Rente zu wissen. FORUM online zeigt, worauf es vor allem ankommt – und welche Möglichkeiten sich bieten, um individuell zu profitieren:
Das Prinzip ist einfach. Der Eigenbeitrag des Riester-Sparers und die staatliche Förderung über Zulagen sowie Steuerentlastungen ergeben addiert die gesamte Sparrate. Diese fließt Jahr für Jahr bis zum Rentenbeginn in den Riester-Vertrag. Um die höchstmögliche staatliche Förderung zu erhalten, müssen pro Jahr vier Prozent des Bruttoeinkommens aus dem Vorjahr in den Vertrag fließen – maximal möglich sind 2.100 Euro (siehe Übersicht unten). Die staatlichen Zulagen sowie Steuererleichterungen machen das Riestern also besonders interessant.
Ein Beispiel: Bei einem Vorjahresbruttogehalt von 35.000 Euro muss ein Sparer zurzeit 1.400 Euro pro Jahr einzahlen, um die Höchstförderung zu erhalten. Vorteil: Da sich die Beiträge aus Eigenleistung und Zulagen berechnen, sind nur 1.246 Euro pro Jahr oder knapp 104 Euro im Monat aus eigener Tasche einzuzahlen; wer zum Beispiel ein Kind hat, für den sind es sogar nur knapp 80 Euro monatlich. Generell gilt: Auch kleinere Sparraten sind möglich, die staatliche Zulage fällt dann entsprechend niedriger aus.
Rente bis ins hohe Alter
In der Regel können Riester-Sparer ab dem 60. Lebensjahr eine monatliche Rente erhalten – bis zu ihrem Lebensende. Erst im Alter fallen Steuern und in manchen Fällen Sozialabgaben auf die Riester-Rente an. Als Qualitäts- und Sicherheitskomponenten existieren zum einen die Zertifizierungspflicht für die einzelnen Riester-Produkte – und zum anderen eine Art Geld-zurück-Garantie, durch die dem Sparer bei Renteneintritt mindestens die eingezahlten Beiträge plus der staatlichen Zulagen zustehen.
Die richtige Wahl treffen
Riester-Produkte gibt es in verschiedenen Varianten: zum Beispiel als klassische oder fondsgebundene Rentenversicherung, als Riester-Fondssparplan oder als so genannter Wohn-Riester über Bausparverträge oder integriert in ein Hypotheken-Darlehen. Um eine erste Orientierung zu geben, für wen welche Riester-Variante sinnvoll sein kann, hat MLP einen leicht verständlichen „Riesterbaum“ entwickelt (siehe Grafik). Ob Berufseinsteiger oder bereits im Job etabliert: Damit findet jeder Sparer den Weg zu seiner passenden Riester-Vorsorge.
Unter allen Riester-Varianten gibt es kein bestes und kein schlechtestes Produkt, da jede Variante spezielle Stärken hat. Der Anspruch sollte sein, eine individuell passende und bedarfsgerechte Lösung zu finden. „Angesichts der Angebotsvielfalt ist es für den einzelnen Sparer nahezu unmöglich, ohne gezielte Beratung den passenden Vertrag zu finden“, sagt MLP-Expertin Michelsen. Zur Veranschaulichung: Derzeit sind 4.400 Riester-Produkte von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und dem Bundeszentralamt für Steuern zertifiziert – da ist gute Beratung mehr als nötig.
Grundsätzlich ist zu beachten: Bei Altersvorsorgeverträgen, die prinzipiell auf längere Laufzeiten ausgelegt sind, zählen nicht allein Leistungsstärke und angemessene sowie nachvollziehbare Kosten, sondern auch die langfristige Sicherheit und Stabilität des Vertragsanbieters. Ebenfalls wichtig: die Flexibilität. „Die Riester-Vorsorge sollte sich an die Veränderungen im Leben eines Sparers jederzeit flexibel anpassen lassen – in guten wie in weniger guten Zeiten“, empfiehlt Miriam Michelsen.
Hohe Riester-Förderung, die sich auszahlt
Nach mehrmaligen Anhebungen hat die staatliche Förderung seit 2008 ihr vorläufiges Höchstniveau erreicht.
Alleinstehende: 154 Euro pro Jahr; ggf. zusätzlich für Ehepartner: 154 Euro pro Jahr
Für Kinder geboren ab dem 1.1.2008: 300 Euro pro Jahr; für Kinder geboren vor dem 1.1.2008: 185 Euro pro Jahr
Für Berufseinsteiger (bis 25 Jahre): 200 Euro (einmalig)
Steuerliche Anerkennung der Beträge bis 2.100 Euro pro Jahr
Weitere Informationen:
Von der betrieblichen Altersvorsorge über die Basis- und Riester-Rente bis hin zur private Renten- oder Lebensversicherung: Lesen Sie hier, wie Sie sich umfassend finanziell fürs Alter absichern können.
Wie viel spendiert der Staat? Ihre persönliche staatliche Förderzulage können Sie mit dem MLP-Förderrechner hier kalkulieren.
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