Die Strategen
Die MLP-Tochter Feri Finance AG analysiert seit fast 25 Jahren die internationalen Kapitalmärkte. Ein Besuch in der Feri-Zentrale in Bad Homburg. MEHR
(Stand: Juni 2010)
Sie wächst und wächst und wächst – die spätere Versorgungslücke jedes Deutschen. Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) hat jetzt bekannt gegeben: Zusätzlich zu den bestehenden Rentenreformen sorgen auch die überproportional steigenden Kosten für Gesundheit und Pflege dafür, dass die Kaufkraft der Rentner in Zukunft noch stärker schrumpfen wird, als die der erwerbstätigen Bevölkerung.
Beispiel: Ein Rentnerehepaar, das heute eine Monatsrente von 1700 Euro netto erhält, müsste allein aufgrund der bereits beschlossenen Rentenreformen im Jahr 2030 über mehr als 2000 Euro verfügen, um den eigenen Lebensstandard zu halten. Ein weiterer Effekt schmälert die Kaufkraft der Rentner in der Zukunft zusätzlich: Ihr spezielles Konsumverhalten. Laut Studie steigen die Preise für so genannte „rentnerspezifische Güter und personalintensive Dienstleistungen“ (zum Beispiel Pflege- und Gesundheitsartikel, aber auch Freizeitaktivitäten oder Reisen) nämlich schneller als die Inflationsrate. Um das auszugleichen, müsste das Rentnerpaar aus dem Rechenbeispiel weitere 179 Euro pro Monat aus einer privaten Altersvorsorge zur Verfügung haben. „Dieser verstärkte Kaufkraftverlust vergrößert die finanzielle Belastung für kommende Rentnergenerationen kontinuierlich“, betont Miriam Michelsen, Bereichsleiterin Vorsorge bei MLP.
Wer seine komplette Vorsorgelücke schließen will, sollte – je nach Alter und Gehalt – laut Studie 5,5 bis 12 Prozent seines Bruttoeinkommens in die private Altersvorsorge investieren. Mieter müssen grundsätzlich mehr zur Seite legen als Eigentümer (siehe Tabelle).
Weniger Einzahler, weniger Rente
Wer heute jünger als 50 Jahre ist, den erwartet als Leistung aus der gesetzlichen Rentenversicherung weniger als 40 Prozent seines Bruttolohns – trotz dauerhaft steigender Einzahlungen in die Rentenkasse. Hauptgrund für die beständig schrumpfende gesetzliche Rente ist der demografische Wandel. Seit 1970 haben sich die Geburtenzahlen halbiert. Folge: Es gibt immer weniger Einzahler, aber dafür immer mehr Rentenbezieher. Die Belastungen für die staatlichen Sicherungssysteme steigen auch aufgrund der stetig steigenden Lebenserwartung. Immer mehr Ruheständler beziehen immer länger Rente. Der Staat ist überfordert – und muss seine Leistungen schrittweise kürzen. Einkommenslücken verursachen zudem die Abschläge durch die Erhöhung des Renteneintrittsalters (derzeit 67 Jahre).
Auf die Inflation achten
Heute Berufstätige, vor allem die jüngeren, sollten wichtige Faktoren wie die Inflation frühzeitig bei ihrer Altersvorsorgeplanung berücksichtigen – und ihre Sparbeiträge immer entsprechend anpassen. Nur so haben sie eine Chance, im Alter ihren gewohnten Lebensstandard zu halten. Generell gilt: Je höher das Einkommen, umso größer ist auch die drohende Rentenlücke und damit die notwendige Sparquote (siehe Tabelle). Und je früher jeder mit Sparen beginnt, desto besser. „Mit gezielten Investitionen in die private Vorsorge sollte jeder ab dem 20. Lebensjahr beginnen, spätestens aber mit Berufseintritt“, betont MLP-Expertin Miriam Michelsen.
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