Forum MLP – Das MLP-Magazin

Geld & Geldwert

Sorglos in die Ferien 

— Wer verreist, sollte sich vorher um die wichtigsten Versicherungen kümmern. Ob Krankheit, Diebstahl oder Unfall: Ein umfassender Schutz für den Fall der Fälle trägt bedeutend zur Erholung bei.

Fotografie: Fotolia

Mit Beginn der Sommerferien gönnt sich die Mehrheit der Deutschen eine wohlverdiente Auszeit vom Alltag. Ob in Amerika oder am Ammersee: Um auf möglichst alle Situationen im In- und Ausland optimal vorbereitet zu sein, ist der richtige Versicherungsschutz wichtig. Das Angebot an Versicherungen wächst von Jahr zu Jahr – weil sich etliche Reisewillige im Vorfeld aber lieber mit ihrem Urlaubsort als mit dem nötigen Schutz beschäftigen, ist die Gefahr von voreiligen Pauschalabschlüssen groß. Folge: Etliche Urlauber sind überversichert.
Nicht alle Versicherungen sind wirklich notwendig oder für jeden sinnvoll. Wer sich dagegen passgenau absichert, spart bares Geld, mit dem sich dann ideal die Reisekasse aufbessern lässt. Generell gilt: Drei klassische Reiseversicherungen – Reiserücktritt, Krankheit und Gepäck – sollten auf jeden Fall mit dabei sein.

Gesund werden: Auslandskrankenversicherung
Eine Auslandskrankenversicherung ist für jede Reise außerhalb Deutschlands vorteilhaft, denn die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt Krankheitskosten nur in Ländern der Europäischen Union oder in Staaten, die ein Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland haben – und das nur bis zur Höhe, die im jeweiligen Ausland üblich ist. Außerhalb der EU müssen Urlauber ohne zusätzlichen Versicherungsschutz die Behandlungskosten im Ernstfall selbst tragen.
Eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung kommt bei gesetzlich Krankenversicherten für die Behandlungskosten auf – und deckt auch die Kosten für einen notwendigen Rücktransport. Eine leistungsstarke Police ist schon für etwa zehn Euro pro Jahr günstig zu haben. Ein Vergleich lohnt sich hier besonders bei der Leistungsdauer: „Wichtig ist, dass die Police so lange für die Behandlungskosten aufkommt, bis der Patient wieder transportfähig ist und nach Hause reisen kann – egal wie lange das dauert“, erklärt Clemens Keller, Leiter Krankenversicherung bei MLP. Bei einigen Versicherern ist die Leistungsdauer auf 30 Tage nach Ablauf der maximalen Reisedauer beschränkt. Generell gelten die kurzfristigen Auslandskrankenversicherungen gewöhnlich nur über eine Reisedauer von maximal acht Wochen. Hinweis für Privatversicherte: Auch für sie kann eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung sinnvoll sein, beispielsweise um im Fall der Fälle den Selbstbehalt zu schonen.

Absagen: Reiserücktrittsversicherung
Wer kurz vor Urlaubsbeginn krank wird und die Reise deshalb nicht antreten kann, muss an den Veranstalter Stornogebühren zahlen. „Insbesondere bei kurzfristigen Absagen kann das teuer werden“, sagt Kai Waldmann, Leiter Sachversicherung bei MLP. Daher ist eine Reiserücktrittsversicherung grundsätzlich sinnvoll. Ebenfalls ratsam ist eine Reiseabbruchversicherung: Sie schützt den Urlauber vor den Mehrkosten, beispielsweise wenn er wegen eines Unfalls vorzeitig nach Hause zurückkehren muss.

Einpacken: Gepäckversicherung
Teure Reisebegleiter wie Kamera oder Laptop machen den Koffer kostbar. Dann ist es sinnvoll, das Gepäck gegen Diebstahl oder Beschädigung abzusichern, Reiseveranstalter haften nur in einem begrenzten Umfang. Dagegen ersetzt eine Reisegepäckversicherung im Schadensfall alle Kosten (Zeitwert des Gepäcks) beziehungsweise bis zu einer vorher vereinbarten Summe. Für Wertsachen gilt eine festgesetzte Höchstgrenze. „Auch hier lohnt es sich, verschiedene Tarife miteinander zu vergleichen“, sagt Waldmann. Der Versicherte kann die Reisegepäckversicherung entweder für einen begrenzten Zeitraum oder für das gesamte Jahr abschließen.

Tipp: „Neben Einzelverträgen besteht die Möglichkeit, ein Versicherungspaket mit den klassischen Reiseversicherungen abzuschließen und damit deutlich Prämien zu sparen“, erklärt Waldmann.

Auto fahren: Haftpflicht und Kasko
Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, ist bei Unfällen mit dem eigenen Wagen im europäischen Ausland durch die heimische Haftpflichtversicherung geschützt. Auch der Kaskoschutz für Schäden am eigenen Fahrzeug gilt grenzüberschreitend. Doch bei Reisen in Länder außerhalb der EU lohnt es sich, vorher bei der Versicherung nachzuhaken. Beispielsweise ist bei Türkei-Reisen der europäische Teil des Landes durch die Versicherung abgedeckt, der asiatische Teil dagegen nicht vollends. Die so genannte Grüne Karte sollten Autofahrer im Ausland auch immer dabei haben, denn sie ist der offizielle Nachweis über eine vorhandene Kfz-Haftpflicht.
Ein Schutzbrief, der die Kosten für das Abschleppen eines Fahrzeugs und einen Mietwagen für die Heimfahrt übernimmt, ist bei Auslandsreisen in jedem Fall sinnvoll. Wer mit einem Mietwagen unterwegs ist, sollte eine so genannte Mallorca-Police abschließen – vor allem in südlichen Ländern. Denn dort gelten häufig niedrigere Mindestversicherungssummen als in Deutschland. „Bei erstklassigen Kfz-Policen für das eigene Auto ist dieser Schutz aber meist schon inklusive“, sagt Versicherungsexperte Waldmann.

Achtung! Unnötige Versicherungen
Auf Unfall-, Haftpflicht- oder Rechtsschutzpolicen, die speziell für eine einzelne Reise angeboten werden, können Urlauber durchaus verzichten. „Gegen Unfälle oder Haftpflichtschäden sollte man das ganze Jahr über abgesichert sein und deshalb diesen Schutz niemals nur an eine Reise koppeln“, sagt Waldmann. Urlauber sollten vor ihrer Reise bei ihrer Versicherung nachfragen, ob der vorhandene Versicherungsschutz auch im Ausland gilt.

Weitere Artikel aus der Rubrik Geld & Geldwert

Bild

Vorsorge: Flexible Verträge auf dem Vormarsch

Langfristig für das Alter sparen und gleichzeitig liquide bleiben – zahlreiche Lösungen verbinden die Vorteile einer Geldanlage mit denen einer Rentenversicherung. MEHR

Bild

Jetzt Wechsel prüfen!

Die gesetzlichen Krankenkassen sind finanziell stark überlastet. Mehrere Kassen verlangen daher von ihren Versicherten seit kurzem Zusatzbeiträge … MEHR

Bild

Der kleine Unterschied

Frauen müssen anders sparen und vorsorgen als Männer – nicht nur, wenn Kinder geplant sind. Warum das so ist und worauf Frauen dabei achten sollten. MEHR