Karriere: Wanted!
Wer beruflich aufsteigen oder sich verändern will, muss nicht untätig auf den Anruf eines Headhunters warten. Ein guter Draht zu Personalberatern … MEHR
von Judith-Maria Gillies
Über mangelnde Arbeit konnte sich Lür Köper noch nie beklagen. Der Chirurg hatte stets genug um die Ohren. Seine eigene Praxis in Bremen hielt ihn auf Trab. Und nach Feierabend versuchte er, so viel Zeit wie möglich mit seiner fünfköpfigen Familie zu verbringen. Dennoch suchte Köper nach einer zusätzlichen Beschäftigung, nach einer ehrenamtlichen Arbeit, mit der er etwas zurückgeben konnte von dem großen Glück, das er selbst in seinem Leben empfand. Und er fand diese Arbeit. Seit 1993 operiert er in seiner knapp bemessenen Freizeit mehrere Wochen im Jahr auf einem Hospitalschiff in Afrika. Das Ehrenamt kostet ihn Zeit und Nerven, aber trotzdem bezeichnet er es als „die Erfahrung meines Lebens“.
Anderen helfen, Gutes tun, der Allgemeinheit etwas zurückgeben: Das wollen viele Menschen – selbst wenn sie eigentlich schon ausgelastet sind mit Job und Familie, Hausarbeit und Hobbys. „Unsere Gesellschaft“, so Bundespräsident Horst Köhler, „wäre ärmer und kälter ohne Ehrenamt.“ Warum also nicht endlich auch selber damit anfangen und den guten Vorsätzen gute Taten folgen lassen?
Andere haben das schon vorgemacht. Immerhin 18 Prozent aller Berufstätigen hierzulande engagieren sich unentgeltlich für die Allgemeinheit. Und sie schaufeln dafür durchschnittlich 15,3 Stunden im Monat frei, wie eine repräsentative Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf ergeben hat.
Freiwillige Helfer setzen sich im Sportverein, Kindergarten oder Altenheim ein, in der Kirche, Politik oder im Katastrophendienst, für Kinder, Kranke oder für die Natur. Sie musizieren mit alten Menschen oder beaufsichtigen Schulkinder bei den Hausaufgaben. Sie übernehmen das Babysitting für Alleinerziehende, die Grünpflege in Parks oder die Buchhaltung für gemeinnützige Vereine.
An Möglichkeiten herrscht kein Mangel – zumal es künftig aufgrund der verschobenen Altersstruktur immer mehr gebrechliche alte Menschen geben wird, die Hilfe benötigen, aber zugleich auch immer mehr fitte Alte, die gern selber helfen. Zugleich zieht sich der Staat wegen klammer Kassen von vielen Aufgaben zurück. Grünflächen, Freibäder und Bolzplätze bleiben auf der Strecke und bie-ten neue Einsatzfelder für bürgerschaftliche Arbeit. Und im Zuge des Corporate Volunteering bieten zudem immer mehr Unternehmen von Siemens bis Beiersdorf ihren Mit-arbeitern Sozialpraktika an. Beim Spielplatzbau oder bei der Suchthilfe etwa sollen die Beschäftigten ihre Sozialkompetenz stärken.
Gute Zeiten also, die da fürs bürgerschaftliche Engagement anbrechen. Die Folgen dieser Entwicklung sind er-freulich. „Bei der ehrenamtlichen Tätigkeit gewinnen alle: die Bedürftigen, die Freiwilligen und die Gesellschaft“, sagt Ansgar Klein, Geschäftsführer des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement (BBE) in Berlin. Die Ehrenamtler selber – unter ihnen auch viele MLP-Kunden – haben verschiedene Gründe, mit anzupacken.
„Ich will wenigstens ein bisschen die Welt verbessern“, sagt etwa der Architekt Elmar Otmar Kuhn, der ohne Honorar eine Kinderklinik baut. Industriekauffrau Klaudia Müller fühlt als Freiwillige in der bayerischen Kirchenverwaltung den Drang, ihre Heimat mitzugestalten. Chirurg Köper möchte mit der unentgeltlichen Arbeit auf Krankenhausschiffen den Menschen helfen, die sonst keine Hilfe bekämen. Und Politikberater Michael Köberlein versucht hauptberuflich, bei der Heinrich-Böll-Stiftung auf die Missstände in Indien Einfluss zu nehmen (siehe Portraits).
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Was das bedeutet, erfahren Sie
in der neuen MLP-Serie.
Sunny:
Das hört sich alles wirlich ganz toll an, doch zwischenzeilig läßt sich die fehlende Unterstützung von öffentlicher Hand, in deren Interesse die Verwirklichung von derartig guten Projekten stehen sollte, lesen. Ich wünschte, es würde mehr getan, für die kindgerechte Gesundung unserer Kinder in solchen Kliniken. Also: Kinderstation mit Spielzimmer ade. Weiter so!!!
Zamperl:
Ehrenamtlich Tätige dürfen nicht vergessen, sich auch ausreichend für ihre Arbeit zu versichern, denn das gibt’s nicht immer automatisch…
Hier ein Artikel, der wie ich finde, alles wichtige zusammenfasst:
http://www.geldsparen.de/sparen/Vorsorge_Versichern/ehrenamt-und-versicherung-engagement-fuer-die-gute-sache-absichern.php