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Geld & Geldwert

Jetzt Wechsel prüfen! 

— Die gesetzlichen Krankenkassen sind finanziell stark überlastet. Mehrere Kassen verlangen daher von ihren Versicherten seit kurzem Zusatzbeiträge, weitere werden folgen. Mit den Mehrkosten verbessern sich die Leistungen allerdings nicht. Unzufriedene Versicherte sollten jetzt ihre Wechselmöglichkeiten prüfen.

(Stand: März 2010)

Fotografie: Visual Photos

Allein 2010 kommen die gesetzlichen Krankenkassen auf ein Defizit von rund vier Milliarden Euro. Neun Anbieter haben deshalb ihren Versicherten jetzt bereits Zusatzbeiträge angekündigt. Millionen Betroffene müssen monatlich mindestens acht Euro mehr zahlen – unabhängig von ihrem Einkommen, manche Kassen bestehen sogar auf einem monatlichen Höchstbeitrag von 37,50 Euro. „Bis zum Jahresende werden alle Kassen einen Zusatzbeitrag beschließen müssen“, sagt Herbert Rebscher, Vorstandsvorsitzender der DAK, die als erste Kasse einen extra Beitrag angekündigt hatte.

Dabei steigen die Beiträge der gesetzlichen Krankenkassen ohnehin schon seit Jahren stetig. Gleichzeitig sinkt das Leistungsniveau. Laut MLP-Gesundheitsreport fühlen sich unter den gesetzlich Versicherten nur 58 Prozent gut abgesichert. Zum Vergleich: Bei den Privatversicherten sind es 9o Prozent. Laut Umfragen wäre knapp ein Drittel der gesetzlich Versicherten ab einem monatlichen Zusatzbeitrag von acht Euro breit, zu wechseln.

Diese Möglichkeit besteht: Denn Kassen, die Zusatzbeiträge erheben, müssen mindestens einen Monat ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumen. Obwohl auch bei der neuen Kasse Zusatzbeiträge möglich sind, kann sich ein Wechsel lohnen, um direkt Kosten zu sparen. Dabei sollten jedoch neben der Ersparnis auch mögliche zusätzliche Leistungen eine Rolle spielen. Zwar sind die gesetzlichen Leistungen in allen Kassen gleich, doch bieten einzelne Kassen Spezialangebote oder Bonusprogramme an.

Umfassende Versorgung
Wer Wert legt auf eine umfassendere Gesundheitsversorgung mit dauerhafter Leistungsgarantie, für den gewinnt die private Krankenversicherung (PKV) jetzt noch mehr an Attraktivität. „Zum einen erhält jeder Kunde ein auf seinen persönlichen Bedarf hin zugeschnittenes Leistungsspektrum, zum anderen kann er selbst Einfluss auf die Höhe seiner Beiträge nehmen“, erklärt Clemens Keller, Leiter Krankenversicherung bei MLP. Dies sind zwei entscheidende Vorteile gegenüber dem gesetzlichen System.

Um in die PKV wechseln zu können, müssen Angestellte die Jahresarbeitsverdienstgrenze von momentan 49.950 Euro drei Jahre in Folge überschreiten. Die Regierung plant aber, diese Frist ab 2011 auf ein Jahr zu verringern. Dadurch erhalten Wechselbereite günstigere Konditionen, da für die Prämie in der PKV unter anderem das Eintrittsalter des Kunden ausschlaggebend ist. Je jünger und gesünder der Versicherte, desto günstiger ist seine PKV-Police.

Option auf günstige Beiträge
Wer die Verdienstgrenze momentan nicht erreicht, später jedoch in die PKV wechseln will, sollte dies frühzeitig vorbereiten. „Für die Übergangsphase empfehlen wir den Abschluss eines Optionstarifs“, sagt Keller. Dieser bietet Versicherten zu günstigen Konditionen attraktive Zusatzleistungen wie etwa Spezialistenbehandlung und garantiert den späteren Wechsel in die PKV – ohne dass die Versicherten dann, wenn sie die Wechselbedingungen erfüllen, noch einmal eine Gesundheitsprüfung ablegen müssen.

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