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Hochfliegende Träume 

— MLP-Kunde Frank Marco Günzel will Touristen vom Flughafen Magdeburg aus in den Weltraum schießen. In drei Jahren soll es so weit sein.

von Stefan Wimmer

Hochfliegende Traeume

Fotografie: Talis Enterprise GmbH

Als Frank Marco Günzel mit zwölf Jahren seine ersten Raketen baute, ahnte er noch nicht, dass er eines Tages an der Zukunft des Tourismus mitwirken sollte. Große Pläne schmiedete er dennoch: Bis zum Mond sollte das Geschoss fliegen, das er damals gemeinsam mit seinem Schulfreund Peer Gehrmann plante. Die technische Umsetzung bereitete den beiden Jungforschern dabei das geringste Kopfzerbrechen.

„Unsere einzige Sorge war, wie wir die Rakete vor unseren Eltern verstecken“, erinnert sich Günzel heute. Denn nach ihren Berechnungen hätte der Flugkörper mindestens zwölf Meter hoch werden müssen, um die Unmengen an Schwarzpulver aufzunehmen, die ihn ins All katapultieren sollten.

Heute ist der 42-Jährige Geschäftsführer von Talis Enterprise, einem Unternehmen, das von Deutschland aus Touristen ins All bringen will. Bis aus der kindlichen Leidenschaft diese zukunftsträchtige Geschäftsidee wurde, musste Günzel allerdings zunächst ein paar Erkundungsrunden fliegen.

Der gebürtige Flensburger studierte Maschinenbau und konstruierte schließlich mit seiner eigenen Firma Bauteile für Unternehmen aus der Windkraftbranche, der Automobil- oder Rüstungsindustrie. 2004 kam die Idee, die erwachsenen Kontakte für die kindliche Leidenschaft zu nutzen und mit Peer Gehrmann wieder Raketen zu bauen. Zunächst sollten sie noch Minisatelliten ins All bringen – ein Geschäft, das zu dieser Zeit gerade ins Laufen kam.

Doch dann erschien ihnen das Utopische weit realistischer: ein raketenbetriebenes Flugzeug zu konstruieren, das Passagiere in den Weltraum bringt. „Das ist wie zu den Anfängen der Luftfahrt“, sagt Günzel. „Wir befinden uns quasi in der Phase, als Flugzeuge noch mit Segeltuch bespannt waren. Was daraus eines Tages entsteht, wird unsere kühnsten Träume übersteigen.“ Seit 1997 ist Frank Marco Günzel MLP-Kunde.

Sein Berater Dietmar Segebrecht aus Flensburg hat die rasante Entwicklung von Günzels und Gehrmanns Vision zur Geschäftsidee über Jahre beobachtet – und beratend begleitet. Inzwischen haben die Träume der beiden mehr als Gestalt angenommen: Derzeit wird eine Drohne gebaut, ein 1:3-Modell des Raketenflugzeugs „Black Sky“ – zunächst aber noch ohne Raketenantrieb.

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