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Titelthema

Kampf um die Besten 

— Trotz Krise geht der Wettbewerb um talentierte Fach- und Führungskräfte unvermindert weiter – und wird sich in den kommenden Jahren verschärfen. Damit verändert sich auch die Stellensuche. Innovative Anbieter wie die Jobbörse Absolventa reagieren auf den „War for Talents“.

von Katja Stricker und Melanie Rübartsch

Fotografie/Illustration: Sabine Kress/Jörg Volz, Signum

Die Situation ist beinahe schizophren: Einerseits beherrschen seit Monaten steigende Arbeitslosenzahlen die Schlagzeilen, andererseits klagen Unternehmen über einen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Experten folgern daraus: Der „War for Talents“, also der Wettbewerb um gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte, hat begonnen und wird die Wirtschaft in Zukunft vor deutlich größere Herausforderungen stellen als die Arbeitslosigkeit.

Schon jetzt herrscht in Deutschland ein Mangel an leistungsstarken Arbeitskräften – und das mitten in einer tiefen Rezession: 2009 blieben alleine bei den sogenannten Mint-Fächern – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik – im Jahresdurchschnitt etwa 67.000 Stellen unbesetzt.

Bereits 2015 werden nach einer aktuellen Studie des Meinungsforschungsinstituts Prognos in Deutschland fast drei Millionen qualifizierte Arbeitskräfte fehlen; bis 2030 könnten es mehr als fünf Millionen sein. Der Nachwuchsmangel hat zwei Hauptursachen: Zum einen wird die deutsche Bevölkerung zwischen 2004 und 2030 um rund vier Millionen Menschen schrumpfen.

Bilden derzeit noch die 35- bis 44-Jährigen die stärkste Bevölkerungsgruppe, werden es 2030 die 60- bis 69-Jährigen sein. Die wichtige Ressource der Wirtschaft, also junge Arbeitskräfte, wird daher knapper. Zum anderen haben nach dem Bildungsbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nur 22 Prozent der Deutschen zwischen 25 und 35 Jahren einen Hochschulabschluss – im internationalen Vergleich ist dagegen fast jeder Dritte Akademiker.

Bereits im Jahr 2015, so prognostizieren Experten, können deshalb in Deutschland rund elf Prozent der Stellen für Ingenieure und Naturwissenschaftler nicht mehr besetzt werden. Bis 2030 weiten sich diese Probleme dann auf mehr als die Hälfte aller Fachrichtungen aus.

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