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Beruf & Berufung

Karriere: Gefühle einschalten 

— Freude, Trauer, Wut oder Angst – in der harten Business-Welt haben menschliche Gefühle oft keinen Platz. Ein Fehler, meinen Coaches und Berater, denn wer auf Dauer seine Emotionen verleugnet, tut sich selbst und dem Unternehmen keinen Gefallen.

von Sabine Olschner

Illustration: Jörg Volz, Signum

Je schwerer die Zeiten, umso mehr wird auf Umsatz und Profit geschaut. Das Einzige, was zählt, sind Zahlen und Fakten – Führungskräfte müssen gute Ergebnisse liefern, ihr Handeln ist allein auf den Erfolg ausgerichtet. Kein Wunder also, dass sich immer weniger Manager den Ausdruck von Gefühlen leisten. „Die Anspannung hat in der wirtschaftlichen Krise zugenommen“, so auch die Beobachtung von Business-Coach Beate Reisinger.

Emotionen akzeptieren
Zeitlich befristete Verträge, Unsicherheiten über die Zukunft des Unternehmens – der Druck auf Mitarbeiter und Führungskräfte wächst. „Wer jedoch immer nur rational handelt und ständig seine Gefühle unterdrückt wie einen unerwünschten Handy-Anruf, zerbricht langfristig daran“, ist Beate Reisinger überzeugt. Stress und Burn-out sind die Folgen. Daher rät die Managementtrainerin, Gefühle auch in der harten Geschäftswelt zuzulassen. „Emotionen sind ein wichtiges Signal, das man akzeptieren sollte. Indem ich Empfindungen zulasse, kann ich wachsen – als Privatmensch ebenso wie als Führungskraft.“

Authentisch ankommen
Reisinger glaubt, dass Führungskräfte, die sich mit ihren eigenen Emotionen beschäftigen, besser bei den Mitarbeitern ankommen. „Sie wirken einfach authentischer als der Chef, der immer nur alles mit sich selbst ausmacht.“ Ihr Tipp für alle, die nur noch rational denken: „Fragen Sie sich, was Sie in dieser Situation Ihrem besten Freund raten würden. Dabei schalten Sie automatisch Ihre Gefühle ein.“

Auf innere Stimme hören
Ein anderer Weg wäre, sich vorzustellen, man hätte eine „innere Weisheit“, die einem in schwierigen Situationen den richtigen Ratschlag gibt. Diese Stimme kann der gute Vater, die geliebte Großmutter, der berufliche Mentor oder jeder andere Mensch sein, auf dessen Rat man schon immer gern gehört hat. Wie würde ein Gespräch mit solch einer Vertrauensperson ausschauen? Wenn bei diesem inneren Dialog zu einem bestimmten Anliegen Gefühle wie Ärger und Enttäuschung oder auch Freude und Wohlbehagen aufkommen, hat man meist schon das Ziel, gefühlvoller zu agieren, erreicht.

„Jedes Gefühl hat seine Berechtigung“, fasst Beate Reisinger zusammen. „Natürlich müssen Manager in ihrem Job auch rational denken und handeln. Aber die Kunst ist es, Rationalität und Emotionalität in einem ausgewogenen Verhältnis zusammenzubringen.“

Das Blog von Persönlichkeitstrainer Roland Kopp-Wichmann:
persoenlichkeits-blog.de

Das Blog von Heiko Schwardtmann, Coach für persönliche Weiterentwicklung:
cocoonblog.com

Das Blog von Norbert Glaab, Unternehmerberater und Coach für Unternehmensentwicklung:
innovation-neu-denken.de

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