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Leben & Lifestyle

„Das Gesundheitssystem braucht einen Hofnarren“ 

— Egal, wohin er kommt – Dr. med. Eckart von Hirschhausen bringt das Lachen mit. Seit 18 Jahren ist der promovierte Neurologe, Kabarettist und Buchautor mit seinen Bühnenprogrammen auf Tournee – und bereichert so manche TV-Sendung mit seinem Humor.

Interview: Melanie Contoli | Aus FORUM 1/2008

Fotografie: David Maupile

Lachen, wenn der Arzt kommt – das steht auf seiner Visitenkarte. Dr. med. Eckart von Hirschhausen – Moderation, Komik, Training, Vorträge – alle Kassen. Als Glücks- und Heilsbringer fasziniert der smarte 43jährige promovierte Mediziner und langjährige MLP-Kunde sein Publikum auf der Bühne und im Fernsehen mit der einfachen Erkenntnis: Lachen ist die beste Medizin.

Herr Doktor von Hirschhausen, wissen Sie noch den Titel Ihrer Promotion?
von Hirschhausen: Na klar, den werde ich nie vergessen: „Die Wirksamkeit einer intravenösen Immunglobolintherapie in der hyperdynamen Phase der Endotoxinämie“. In den vier Jahren, in denen ich mich mit meiner Promotion beschäftigt habe, habe ich vor allem eines gelernt: Wissenschaft nicht so ernst zu nehmen.

Derzeit herrscht in Deutschland großer Ärztemangel – vor allem an Kliniken. Wie können Sie es in diesen Zeiten verantworten, dass Sie den weißen Kittel offiziell an den Nagel gehängt haben und nicht mehr praktizieren?
von Hirschhausen: Ich praktiziere ja – ich bin aktiv in der Prävention tätig. Ärzte beschäftigen sich mit Menschen, wenn sie krank sind. Ich beschäftige mich mit ihnen, damit sie gar nicht erst krank werden. Was ich in meinen Bühnenprogrammen erzähle, ist verkappte Psychotherapie. Wenn jetzt 1500 Leute gleichzeitig in meine Show kommen, dann spare ich jeden Abend 5 Jahre in der Klinik. So gesehen bin ich hoch effektiv.

Können Sie sich an den Moment erinnern, in dem Sie endgültig entschieden haben: Bühne statt Behandlungszimmer?
von Hirschhausen: Diesen Moment gab es so gar nicht. Ich hatte schon als Kind eine Neigung zu Theater, Kabarett und Zauberei. Ich war Zauberkünstler und damit auch ganz erfolgreich, ich war sogar Deutscher Meister der Zauberei. Irgendwann merkte ich, die Leute fanden die Geschichten, die ich erzählte, spannender als meine Tricks. Die Medizin wurde Inhalt meines Kabaretts – ein sehr dankbarer! Eigentlich habe ich damit ein neues Genre kreiert – eine Mischung aus medizinischer Aufklärung, Seminarkabarett, Gruppen-Therapie und Comedy.

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